Gespräch · · 1:23:12
„10 Wochen WERKstattPALAST – ein Resümee“
Mitschnitt · 1:23:12 · 12 Kapitel
Kapitel 1 von 12Begrüßung und Vorstellung der Runde
Norina Quinte
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Begrüßung und Vorstellung der Runde
Norina Quinte0:00 / 1:23:12
Sprecher:innen
- Norina Quinte · sprichtato, künstlerische LeitungRedeanteil 22 %
- Andreas Gerdes · sprichtKIT Innovation HUBRedeanteil 19 %
- Weitere Stimme aus der Runde · sprichtRedeanteil 10 %
- Christina Becker · sprichtKIT Innovation HUBRedeanteil 7 %
- Weitere Stimme aus der Runde · sprichtRedeanteil 7 %
- Stephanie Rothe · sprichtatoRedeanteil 6 %
- David Seiler · sprichtKIT Innovation HUBRedeanteil 5 %
- Stimme aus dem Publikum · sprichtRedeanteil 3 %
- Hannah Klein · sprichtatoRedeanteil 3 %
- Emma-Lilo Keller · sprichtatoRedeanteil 2 %
- Stimme aus dem Publikum · sprichtRedeanteil 2 %
- Gast der Rheinhäfen Karlsruhe · sprichtRedeanteil 2 %
Kurzfassung
Zum Ende der zehn Wochen ziehen die Macher:innen des WERKstattPALAST Bilanz. Norina Quinte moderiert eine Runde mit Andreas Gerdes, Christina Becker und David Seiler vom KIT Innovation HUB sowie Hannah Klein, Emma-Lilo Keller und Stephanie Rothe von ato. Es geht um persönliche Highlights, das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft, Mut, Verantwortung und Risiko und um Wünsche für die Zukunft; zum Schluss kommen Gäste aus dem Publikum und vom Rheinhafen zu Wort.
Transkript
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0:00Begrüßung und Vorstellung der Runde
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
So, schönen guten Abend. Wir freuen uns, dass ihr alle da seid. Für diejenigen, die zum ersten Mal hier sind. Wir haben hin und wieder die letzten Wochen Vorträge gehabt zum Thema Struktur. Wir hatten Workshops, aber auch Dialogrunden. Und heute findet solch eine statt, die wir auch aufzeichnen. Das heißt, wer gerne was dazu sagt, gerne ins Mikrofon, sodass wir im Nachgang für eine Publikation auch wichtige Inhalte rausfischen können. Und ich würde gerne damit starten, weil das heute eine besondere Runde ist, euch alle zu begrüßen und freue mich aber insbesondere auch natürlich, dass Frau Erb-Korn hier ist. Ja, die Rheinhäfen in Person, wie ich das über die letzten Wochen und Monate gelernt habe, natürlich nah neben ihr, Frau Bauer, über deren Besuch ich mich genauso freue.
Heute soll es darum gehen, ich glaube, wir haben so ein bisschen angegeben im Programm WERKstattPALAST ein Resümee und jetzt sitzen hier in der Tat wir als Hauptinitiator:innen und Macher:innen des WERKstattPALAST, zum einen eben das KIT Innovation HUB, Prävention im Bauwesen und zum anderen ato als Kunstnetzwerk und Kunstplattform.
Und gerne möchte ich kurz, damit ihr auch versteht, wer hier sitzt oder diejenigen, die uns noch nicht begleitet haben, die letzten Wochen kurz vorstellen. Das eine ist David Seiler aus dem KIT Innovation HUB, neben mir Hannah Klein von ato, unsere Berliner Fraktion. ato ist nämlich aufgeteilt an Berlin und Karlsruhe und Hannah kommt sowohl oder wie auch Emma-Lilo Keller hier gegenüber aus Berlin. Und Stephanie Rothe ergänzt die ato-Runde mit mir so der Karlsruhe-Kern von ato, würde ich sagen. Und ich freue mich sehr über Andreas Gerdes, der hier mit uns sitzt und das KIT Innovation HUB nicht nur leitet, sondern den WERKstattPALAST mit auf den Weg brachte. So wie auch Tina Becker zu meiner Linken, die auch, würde ich sagen, von HUB-Seite aus sehr, sehr viel hierzu beigetragen hat und das Projekt geleitet hat mit mir.
Mein Name ist Norina Quinte. So Leute, ein Resümee. Ich habe mir überlegt, es wird ganz schön chaotisch, deswegen habe ich es noch chaotischer gemacht und euch gebeten, mir private Handyfotos der letzten Wochen zu schicken, die ein bisschen gemischt mit professionellen Dokumentationen hinter uns ablaufen werden und wundert euch nicht, es ist eben manchmal der WERKstattPALAST in Aktion, manchmal sind es aber auch rudimentäre Bauarbeiten, weil das Ganze hat ja nicht etwa angefangen mit der Eröffnung am 12. August, sondern viel früher. Und es gab natürlich eine längere Konzeptionsphase, wo es darum ging mit Partnerinnen und Partnern zu sprechen und dann gab es aber auch eine heiße Bauphase und die war wirklich heiß, weil wir bei 40 Grad zweieinhalb Wochen hatten, um das hier alles zu bauen und auch verschiedene Displays, wie man hier hinter uns ganz gut erkennen kann, finde ich an der Materialbibliothek, ja maßgetreu erst anpassen konnten und bauen konnten, sobald wir wussten, wie die Gerüststreben sitzen.
Wir haben gerade Gerüst aufgebaut und 540 Quadratmeter Trapezblech an die Wände gebracht, die so heiß waren, dass wir sie nicht anfassen konnten, deshalb haben wir ungefähr, ich glaube, ich habe mal gerechnet, mindestens 60 Paar Handschuhe verschlissen und ich glaube, es waren 45 Flex-Sägeblätter, damit wir die Trapezbleche, man sieht es gerade, genau, so richtig rankriegen.
Es hat tollerweise geklappt und jetzt würde ich gerne, bevor wir noch mal mehr reingehen in die Zusammenarbeit, euch als HUB fragen und vielleicht gebe ich den Ball gleich mal an Andreas ab, könntest du noch mal zusammenfassen für jemanden, der hier noch nie gewesen ist, was der WERKstattPALAST sein sollte, wo die Idee lag und weshalb wir das überhaupt in Bewegung gesetzt haben?
4:04Aus einem frustrierenden Gespräch wurde der WERKstattPALAST
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
Vielen Dank, dann versuche ich mal mein Glück, das zu beschreiben, weil das ist tatsächlich nicht so einfach, weil die besten Ideen entstehen immer beim Kaffee trinken, ich denke, das war auch hier und sie entstehen immer, wenn man aus einem Gespräch herausgeht, dass einen frustriert hat. Auch diese Voraussetzung wurde in diesem Fall erfüllt und wir haben einfach gesagt, wir haben dann einfach gesagt, sei es drum, wir tun trotzdem Dinge, von denen wir überzeugt sind und das war eben der Start damals nach diesem etwas merkwürdigen Gespräch, wo wir gesagt haben, dann machen wir den WERKstattPALAST einfach so, Punkt.
Die Grundüberlegung war eigentlich, dass man zunächst gesagt hat, wir haben über viele Jahre Corona gehabt, wir haben dort Diskussionen gehabt, wo die Wissenschaft nicht immer sehr gut abgeschnitten hat, es gab dort Dinge, die die Menschen verängstigt haben, irritiert haben, umgekehrt hat es aber auch dazu geführt, dass es die Wissenschaft verängstigt und irritiert hat, dort überhaupt noch Stellung zu benennen. Und die Grundidee war, wie finden wir wieder einen Weg, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, beziehungsweise auch die Menschen selber ins Gespräch zu bringen. Und die Grundidee, die sich dann sehr schnell herauskristallisiert hat, war, lasst uns Menschen aus den verschiedenen Bereichen, das heißt aus dem Bereich der Kunst, dem Bereich der Wissenschaft, die Bürger, die sich für beides interessieren, auf einer Plattform zueinander kommen, um wieder ins Gespräch zu kommen.
Und das heißt eben, wir bauen einen WERKstattPALAST, wo wir am Thema Struktur, das Infa davor in Klammern, also auch Infrastruktur, die uns umgibt, mit der wir leben, die wir aber immer nicht unbedingt wahrnehmen, wie wir sie wahrnehmen sollten, das als Anlass zu nehmen, ins Gespräch zu kommen und eben sie aufeinander zuzuführen. Und ich denke, das war die große Frage für mich, das war aber, denke ich, für alle anderen auch die große Frage, schaffen wir das? Ist das möglich? Können wir dort, wenn man so will, natürliche Barrieren aufbrechen? Später haben wir von den Blasen gesprochen, die es in der Kunst als auch in der Wissenschaft gibt. Und was für mich das in diesem Zusammenhang faszinierende war, dass wir nach zwei, drei Wochen eigentlich schon gemerkt haben, ja, wir schaffen es.
Es passiert. Und ich glaube, das hat viele unserer Gäste und Besucher von extern mehr beeindruckt als die WERKstattPALAST-Idee oder vielleicht auch die Ausstellung, die wir haben, hat sie begeistert, dass es uns gelungen ist, tatsächlich sie ins Gespräch zu bringen mit diesen anderen Menschen, Neugier zu wecken und unterm Strich betrachtet Kommunikation zu erzeugen, wo lange keine Kommunikation war.
6:58Kunst und Wissenschaft können einander dienen
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Danke, ich würde jetzt mal meine Kollegin Hannah Klein aus Berlin fragen, wie sie das denn damals wahrgenommen hat. Wir kamen mit so einer Idee, was war denn für dich aus einer eher Außenperspektive der Moment, wo du verstanden hast, was soll denn das, was macht es für einen Sinn und was werden wir da tun? Also gibt es da für dich so einen Schlüsselmoment, wo du dachtest, da liegt für dich am ehesten, sag ich mal, der Kern der Sache? Ist es auch der Austausch untereinander oder vielleicht was ganz anderes?
Hannah Kleinato
7:24Ja, ist eine gute Frage. Tatsächlich war es sozusagen, ich habe das ja live mitbekommen und somit auch die allerersten Gedanken und Ideen, die dann auch voller Begeisterung an uns herangetragen wurde und ich würde sagen, am Anfang war auch vielleicht so eine kurze Skepsis, weil man auch noch so die Dimension noch nicht ganz verstanden hat, was bedeutet es denn wirklich Wissenschaft und Kunst und alles auf einer Plattform? Und ja, ich glaube, ich würde sagen, es hat eigentlich so richtig Klick gemacht auch für mich, als ich so gemerkt habe, dass man vielleicht auf beiden Seiten irgendwie dienlich sein kann, also dass man sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft manchmal so ein bisschen vor der Frage steht, oh, jetzt habe ich hier mein tolles Thema, mir was erarbeitet, so klischeehaft im Elfenbeinturm und wie schaffe ich das jetzt rauszutragen? Und ich glaube, das Interessante ist, dass beide damit manchmal ein kleines Problem haben, aber in der Ergänzung eigentlich dann genau das fehlende Puzzleteil sind, um es dann rauszutragen.
Also, dass die Wissenschaft mit, sage ich mal, der Fähigkeit, Fragen zu stellen und auch nicht davor zurückzuscheuen, tiefer reinzubohren, die Kunst auch so ein bisschen an manchen Stellen vielleicht hinterfragen kann und auch sagen kann, hier brauchen wir mehr Antworten. Und umgekehrt natürlich die Kunst, was visuell, ästhetisches, ich sag mal, Emotionales in die Wissenschaft reinbringen kann, was der manchmal fehlt und ja, die Erkenntnis kam dann irgendwie mit diesem sich gegenseitig dienen und helfen.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
8:57Danke, also ich habe auch Dienlichkeit oder Dienen mitgeschrieben, weil ich wollte auch später nochmal zum Dienstleistergefühl kommen, was die beiden Disziplinen durchaus haben, dazu später mehr. David, du hast so viel mitgeschrieben, was steht denn in deinem Buch jetzt?
David SeilerKIT Innovation HUB
9:16Der klassische Wissenschaftler, nicht? Ja, also das wollen wir jetzt überprüfen. Ich habe mir gerade für das Ziel noch was aufgeschrieben, was wir vielleicht in dieser Form oder in vor allem in dieser expliziten Beschreibung noch nicht beabsichtigt hatten, aber was wir ganz häufig als Rückmeldung gehört haben, nämlich, dass es hier ein Ort war, an dem generationenübergreifende Kommunikation stattfinden konnte. Ein Begegnungsort, der völlig unabhängig war von Generationszugehörigkeit oder einer gefühlten Klassenzugehörigkeit, wie das ja vielleicht an dem einen oder anderen Ort, der sich explizit mit Kunst oder Wissenschaft auseinandersetzt, so normalerweise gewohnt ist. Und das war einfach wunderbar, weil wir gehen hier generationenübergreifende Themen an. Und das ist hier passiert, ohne dass wir das vorher so explizit geplant hatten. Also irgendwie war die Grundanlage unseres Ansatzes sehr erfolgsversprechend oder erfüllend, selbsterfüllend vielleicht.
Weitere Stimme aus der Runde
10:20Hannah und ich hatten da auch ein tolles Erlebnis. Also das spielt nicht direkt auf die generationsübergreifenden Aspekt an, aber wir hatten das tolle Erlebnis, dass vor zwei Wochen zu dir, glaube ich, eine Besucherin kam, die meinte, das muss ich jetzt mal sagen, das passiert jetzt zum dritten Mal, seit wir da waren und wir dachten, glaube ich, es geht um Kritik oder so. Dann meinte sie, sie wäre noch nie irgendwo hingekommen, wo sie auch beim dritten Mal nochmal begrüßt wird, gefragt wird, ob sie das erste Mal da ist und man ihr Hallo sagt. Und da hatten wir intern auch unter uns das Gespräch, dass es schon erschreckend ist, dass es sehr wenige Orte und Plattformen gibt, an denen man begrüßt wird. Also wann wird man in der Gastronomie von einem Hausherr in Köchin noch begrüßt oder im Museum, na gut, dass Herr Weibel da steht und alle, das wird nicht passieren. Aber dass man überhaupt eine willkommen heißende Geste erfährt, das passiert sehr selten. Und ich glaube, das hat damit zu tun, wie willkommen man sich vielleicht fühlt.
Dass wir da auch Lust hatten, was zu erfahren.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
11:15Zumal ja auch an Orten, bei denen man einfach so vorbeikommen kann. Kein Eintritt, keine Kosten fürs Betrachten, fürs drauf einlassen, fürs mitdiskutieren. Also wenn du fragst, wo wird man so begrüßt, im Normalfall muss man das sehr viel bezahlen dann fürs Essen.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
11:32Vielleicht war es da aber eben auch gerade eben, wir sprechen ja viel über die Willkommenskultur. Ich denke, wir haben in den zehn Wochen hier eben eine entsprechende Kultur entwickelt. Und zwar gerade durch den Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft hat sich eine andere Kommunikationsebene entwickelt. Und viel hat das überrascht, und das war sicherlich auch die Besucherin, dass es eben bei diesen Themen, die jetzt vielleicht so weit auseinander wirken, tatsächlich möglich ist. Und es ist schnell passiert. Es hat nicht Jahre gedauert, bis man sich kennt, sondern das Ganze ist über die zwischenmenschliche Ebene dann relativ zügig auch. Denn eben auf diese Ebene dieser Willkommenskultur gekommen.
12:13Persönliche Highlights aus zehn Wochen
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Zur persönlichen Ebene dadurch zurück. Ich habe mir überlegt, dass ich euch alle gerne in der Runde mal fragen würde, ob ihr ein persönliches Highlight habt. Und ich würde gerne mit der Frage anfangen, ob ihr euch an einen Moment oder einen Programmpunkt erinnert, der für euch irgendwie inhaltlich oder emotional ein Highlight darstellt. Also Tina, ich würde mit dir mal beginnen. Also kein Zwang, man darf auch weiterreichen, aber ich bin da zu neugierig.
Christina BeckerKIT Innovation HUB
12:47Ja, danke für die Frage. Ich glaube, für mich ist tatsächlich, was sehr hängen geblieben ist und was auch, fand ich, irgendwie direkt zu Anfang zumindest für mich persönlich sehr gut erklärt hat, was wir hier auch machen und ein sehr, sehr guter Einstieg war. Ich weiß nicht, wer das ausgesucht hatte, war am Eröffnungswochenende das Konzert von Fred und Luna.
Kommt auch noch, wenn es kommt, schreien wir, das war das Konzert. Genau, das ist ein Künstler, Musiker, der auch fast mit dadaistischen Zügen arbeitet und der für mich diese Strukturthemen auf ganz unterschiedlichen Ebenen total schön eröffnet hat, also gerade auch für dieses Eröffnungswochenende und das hat für mich nochmal auch gerade nach dieser Aufbauphase, die ja schon auch kräftezehrend war, war das schon so, dass das erste Symbol von, okay, das funktioniert hier und das fand ich sehr, sehr schön und das auch direkt so ganz am Anfang zu haben.
Also der Start war eigentlich auch dein Highlight. Ja, es kamen noch viele weitere, aber ich finde es einfach so toll, dass es einfach von Anfang an für mich damit funktioniert hat.
Weitere Stimme aus der Runde
14:11Soll ich gerade weiter? Gerne. Tatsächlich würde ich auch in diese Richtung daran anknüpfen und zwar, ich glaube, mein Highlight war viel später und zwar letztes Mal, als ich hier war, vor zwei Wochen.
Wir DJs aus Stuttgart eingeladen hatten und hier die Hütte ziemlich voll war abends, aber der Moment, wo ich gemerkt habe, dass es keinen Unterschied gab zwischen dem Moment, wo wir die Ausstellung zumachen und die Party beginnt, sondern dass es eigentlich nicht aufgehört hat. Also wir haben quasi auf der Tanzfläche noch weiter über diese Inhalte gesprochen, die hier stattfinden und das fand ich total schön. Also diese Durchmischung der Leute und zu sehen, dass verstanden wird, was hier passiert und wir uns weiterhin darüber unterhalten können tatsächlich. Und zu sehen, wie hier getanzt wird und da drüben die Leute immer noch vor den Containern sitzen und darüber sprechen, was sie gerade da drin sehen. Das fand ich eine sehr schöne Durchmischung auf jeden Fall.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
15:22Andreas, war dein Highlight auch DJing oder liegt es woanders? Es könnte sein.
Weitere Stimme aus der Runde
19:38Ich muss es aufteilen in einen Moment, der ganz ähnlich ist zu dem, was du gerade beschrieben hast, der sich aber zeitlich im Aufbau befindet, also im Aufbau des WERKstattPALAST. Das, was ihr hier alle seht, wo wir hier drin sitzen, was wir hier bestaunen dürfen, das haben wenige Menschen mit unglaublich viel Herzblut aufgebaut, das haben viele Menschen in ehrenamtlicher Zeit mit aufgebaut, Menschen, die sich dafür Urlaub genommen haben, also das war wundervoll zu sehen, was passieren kann, wenn Leute von einer Idee überzeugt sind und sich gegenseitig anstecken, das ist traumhaft schön und ein ganz persönliches Highlight für mich selber war der Talk von Form oder Norm, den die Lea ausgerichtet hat, da war eigentlich auch, da war niemand da, glaube ich, an diesem Tag, weil es auch fürchterliches Wetter war und ich bin unglaublich glücklich davon nach Hause gegangen.
Das hat mich so beseelt, dieses Gespräch, wo wir gesagt haben, da waren so viele spannende Inhalte drin, die wir nochmal transportieren wollen, da könnten wir ein monatelanges Podcast-Format draus machen. Da ging es um die mögliche Abgrenzung zwischen Kunst, Musik und Infrastrukturen, die beides ermöglichen. Und das war wundervoll. Also das werde ich nicht vergessen.
Weitere Stimme aus der Runde
21:15Ich glaube, es wurde fast alles gesagt. Also ich kann mich da, jetzt darf ich mich einfach nur anschließen, weil es wurden echt tolle Sachen gesagt und ich habe natürlich auch noch unendlich Momente.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
21:24Aber ja, ich bin da ganz bei euch auf jeden Fall. Ich auch. Also ich kann sowohl, ich habe auch vorher überlegt, weil wenn man sich Fragen ausdenkt, sollte man auch wissen, was man selber antworten würde. Aber ich hatte auch diesen Musiktalk stark in Erinnerung, weil das fand ich toll. Da war auch so mieses Wetter und die haben vorher noch überlegt, sollen wir es absagen? Und dann waren wir, nee, wieso? Es geht doch um die Inhalte und nicht ums Publikum. Und was ich bei dem Gespräch so toll fand, ist, dass wir angefangen haben, was sich dann auch über die Wochen immer wieder neu entwickelt hat, das Thema, wieso messen wir in unserer Gesellschaft eigentlich Qualität an der Masse der Menschen. Und das fand ich total wichtig, dass es nochmal wir alle auch, also das kam ja dann auch in mehreren Programmpunkten auch mit Publikum zur Trage, dass man eben sagt, warum sind wir alle so daran gewöhnt, dass die Masse gleich, dass die Leute fragen, und wie läuft's, waren genug da, war's viel los und wir alle überfordert damit waren, weil es uns eigentlich ja auch darum ging, war's gut, heißt auch, wurden interessante Dinge getan, wurden neue Netzwerke gegründet und so, wer trägt was nach außen und gar nicht darum ging, ob jetzt 400 Leute oder vier da saßen und das ist mir auch deshalb in Erinnerung, dieses Gespräch über messbare Qualität und wie viel Zeit man auch für Qualität Evaluationen übrig lässt, fand ich total spannend. Ein weiteres Highlight, nur ganz kurz, weil es zum Ort noch so passt, wir hatten ja am Anfang direkt beim Eröffnungswochenende Begegnungen mit ungefähr 350 Gästen der MS Karlsruhe und da ging es ja nachts ordentlich zur Sache und dann hatten wir irgendwann den Moment, wo es kurz zu kippen schien, weil eine größere Gruppe gesagt hat, nein, wir trinken ja unseren Schnaps und wir nehmen eure Möbel mit und wir gehen hier nicht und wir überlegt haben, ui, wie deeskalieren wir die Situation und haben die dann aber irgendwann ja wegbekommen, diese Gruppe, die eher aggressiv war und dann stand ich da, wir waren alle erleichtert, dass die gegangen sind und da kamen wieder zwei neue Leute von MS Karlsruhe auf uns zu und wir haben uns alle schon wie so innerlich ein Schild vorbereitet, wie sagen wir denen, dass jetzt nicht irgendwie Pöbeln angesagt ist und dass wir hier drüben nett sind oder so und da kamen die und ich weiß, ich bin auf die zu und hab gleich gesagt, nee, nee, tut uns leid, heute nicht mehr, weil wir so diese Schocksituation davor hatten und sie so, ach schade, ich bin Architektin, ich frag mich gerade, es ist ja ein genialer Bau, darf ich mal angucken und wir dann alle, okay, auch wieder dieses Schubladendenken aufbrechen konnten und die eine Stunde mit uns in heller Begeisterung über dieses Projekt geredet hat, also es war für
mich nochmal so ein Schlüsselerlebnis von, ja, jede Person nochmal neu einzeln unter die Lupe nehmen und nicht gleich drauf losstürmen und sagen, machen sie nichts kaputt oder so, ja. Ich würde nochmal so eine Runde machen, es sei denn, es gibt Einwände und zwar habe ich mich gefragt, ob ihr ein Kunstwerk oder einen Teil der Ausstellung habt, der für euch entweder in Verbindung mit Struktur sehr gut funktioniert hat oder der euch auch nach dem WERKstattPALAST im Kopf bleiben wird. Ich fange mal andersrum an.
24:25Kunstwerke, die im Kopf bleiben
Weitere Stimme aus der Runde
Ach, ja, also auf jeden Fall. Ich würde sagen, eigentlich war es schon ein tolles Erlebnis. Es war ziemlich weit noch vor dem WERKstattPALAST und wo wir uns vielleicht auch noch alle gefragt haben, wie wird das Ganze hier aussehen? Und zwar haben wir alle Künstlerinnen und Künstler, die bei uns dabei sind, bei der ato-Plattform gefragt, ob sie ein Motiv einreichen können, was sie persönlich mit dem Thema Struktur verbinden. Und so wie das immer ist, es kam dann nicht sofort eine Antwort, es dauert dann immer so ein paar E-Mails hin und her und irgendwann hatten wir wirklich so einen Monat oder anderthalb vor der Eröffnung die ganzen Strukturmotive bereits zusammen und da hat sich für mich eigentlich auch visuell einiges erklärt, weil es so unterschiedliche Perspektiven waren und so unterschiedliche Ansätze und man auch die künstlerische Arbeit der einzelnen Künstler auch nochmal anders gesehen hat, weil man ja wusste, das war deren Antwort zum Thema Struktur und ja genau, das ist die jetzige Posteredition, die wer sie noch nicht gesehen hat, man im Gang da drüben bewundern kann und auch bei uns in der Rezeption und da sind wirklich grandiose Motive dabei und ja, das war eigentlich ein großes Highlight für mich.
Weitere Stimme aus der Runde
25:35Ich hatte lang überlegt, ein künstlerisches Werk und bin dann ganz schnell auch drauf gekommen. Ich habe hier gelernt, es gibt unterschiedliche Kunstformen auch. Ich habe hier auch was gelernt und möchte unbedingt Martin Mannweiler hier nennen, weil ich mit ihm ein unglaublich spannendes Gespräch über Neugierde in seiner Arbeit, Filme zu machen, geführt habe. Und eigentlich wollte er mir was erzählen über seinen Kurzfilm über diese Säulen in Stuttgart und was dort in Stuttgart wohl damit erzählt wird. Ich weiß es nicht mehr, warum sie Genau, es war,
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
26:12inwiefern wirken sich Denkmäler, das war ein Denkmal, was Hitler, Mussolini für Hitler hat richten lassen und das steht halt bis heute in Stuttgart und alle laufen an den Säulen rum und wissen gar nicht, was für eine Geste dahinter steckt, dahinter diesem Denkmal. Und die Frage war, inwiefern Infrastruktur dadurch beeinflusst ist, welche Denkmäler geschaffen werden.
Weitere Stimme aus der Runde
26:32Danke für diese Einordnung, weil dieses Gespräch stoppte sehr, sehr bald, weil er mir seine Neugier geschildert hat, über seine eigentliche Arbeit filmische Aufnahmen im Staatstheater zu machen. Und wir konnten nicht mehr über den Inhalt seines Films selbst sprechen, weil die Schilderung seiner Neugier und wie er dort Musik und Oper als Medium kennengelernt hatte, uns für zwei Stunden gefesselt hatte. Das war einfach wundervoll, was daraus entstanden ist. Und ab und zu hört man hier ja aus dem zweiten Container ein bisschen ganz leise Musik von den Kurzfilmen. Da gibt es eine ganz kurze Sequenz. Einiges davon kann ich bald nicht mehr hören, aber eine, die erfüllt mich immer mit Freude. Und das ist eigentlich dir geschuldet, weil es geht um dieses Boys.
Und irgendwie muss man anfangen zu tanzen. Das ist einfach schön.
Weitere Stimme aus der Runde
27:32Ja, meine oder die künstlerische Arbeit, die mir hängen geblieben ist, weil ich mir da auch sehr viel Gedanken gemacht habe über Kunst und wie man das gut vermittelt oder wie es zugänglicher oder wie Kunst zugänglicher sein kann, ist die Performance von Jin Bak gewesen, die vor ein paar Wochen stattfand für ein Wochenende und zwar im hinteren Container und sie hatte da eine temporäre Pizzastation oder Bäckerei eröffnet und man konnte bei ihr Pizzen in verschiedenen Größen kaufen mit Wunschbelag und sie hat den Belag dann gemalt auf Papier, auf unterschiedlichem Papierformat und dann konnte man die gemalte Pizza im Pizzakarton mit nach Hause nehmen.
Und die Idee hinter dieser Arbeit war eben dieses Kunst als Dienstleistung und sie als Künstlerin, wie sie sich in diesem Moment eigentlich fühlt, wenn sie ganz genaue Anweisungen bekommt, was sie zu malen hat und was das vielleicht auch mit den Leuten macht, die Pizza bestellen. Und ich fand das aber eine total schöne und auch zugängliche Art und Weise. Die Künstlerin war die ganze Zeit anwesend, man konnte ihr zugucken, konnte sich dann wieder wegbewegen und hat dann ein kleines Kunstwerk Unikat mit nach Hause bekommen, was man sich ganz einfach in die Küche oder neben den Esstisch hängen kann. Und das haben tatsächlich auch viele wahrgenommen, auch mein Mitbewohner, der zum Beispiel überhaupt nichts mit Kunst am Hut hat und ganz stolz mir gesagt hat, dass er sich jetzt eine Pizza bestellt hat.
Und das hat mich sehr stark darüber nachdenken lassen, wie Kunst gut und einfach zugänglich ist. Und ich fand, das war eine sehr schöne Arbeit, die die Kunst zugänglich gemacht hat einfach. Deshalb ist das mein Highlight gewesen.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
29:39Da ist, glaube ich, gerade die Musik. [Passage zum Schutz der Persönlichkeitsrechte entfernt]
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
29:58Gut, da sieht man, dass ich mit dem Thema Kunst da und dort auch etwas überfordert war in dieser Zeit. Aber ich denke, was jetzt für mich irgendwie eine Erfahrung war, die jetzt ziemlich neu war, das war nämlich die Teilnahme an zweimal Performance, wo ich dann tatsächlich selber aktiv war. Und die erste Performance, die dort gelaufen ist, das war eben mit so Handys, wo wir dann über einen Spiegel uns gegenseitig gefilmt haben. Dann wurden nach einem bestimmten Rhythmus die Handys getauscht. Zu Anfang habe ich das ehrlich gesagt auch nicht ganz so verstanden, was hinten herauskommt.
Und zum Schluss wurden die Handys auf so eine Art Podest nebeneinander gestellt, liefen dann ab. Und dann ergab das eine sehr witzige Abfolge, die dann wiederum abgefilmt wurde. Ich glaube, was jetzt dort irgendwie spannend war, zum einen da mitzumachen, aber auf der anderen Seite auch zu sehen, mit wie viel Präzision, Überlegung und so weiter das alles vorbereitet worden ist. Das war nicht zufällig oder irgendetwas, sondern sehr durchdacht und sehr lange überlegt, was tut man, um jetzt bestimmte Wirkungen zu erzielen. Und ich glaube, das ist ja letztendlich auch, wir haben ja immer drüber gesprochen, wo haben wir Parallelen, wo gibt es Differenzen.
Und das war jetzt wieder so eine typische Parallele, wo man gemerkt hat, dass Wissenschaft und Kunst in beiden Fällen etwas mit Vorbereitung und Präzision zu tun hat und nicht dem Zufallseffekt zwingend folgen muss, was ja manchmal so der allgemeine Eindruck ist. Und das war letztendlich auch ein bisschen das Endergebnis, wenn man die Kunst hier jetzt sieht. Da gibt es etwas, das gefällt mir, da gibt es Dinge, da kann ich nicht ganz so viel mit anfangen. Aber das Interessante war jetzt eben, dass letztendlich die Parallelen, die wir über die zehn Wochen immer wieder gesehen haben zwischen Kunst und Wissenschaft, dass das jetzt eigentlich so ein bisschen das Highlight in dem Sinne dieser künstlerischen Geschichte war.
Weitere Stimme aus der Runde
32:19Ich glaube, mein Highlight war tatsächlich, und es knüpft an dem an, was Steffi vorhin gesagt hat, das war der Abend, an dem es hier zum ersten Mal so richtig, richtig reingeschifft hat und wie hier 20 Leute waren und erst mal hier den WERKstattPALAST retten mussten, ehrlich gesagt. Also es war von 40 Grad zu Wasser. Genau, 40 Grad und super staubig zur Aufbauphase und auf einmal regnete es hier total rein und es gab einen Stromausfall, also es war wirklich, wo wir dachten, okay, wir müssen jetzt den Abend absagen eigentlich, aber es hat, wie gesagt, total geregnet und alle waren eigentlich hier mehr oder weniger gefangen eigentlich hier drunter und dann hatten die beiden eingeladenen Gäste, das waren Alex Bester und Philipp Mainz, die waren da, um eine Performance zu machen mit Klangschalen, so Schalen mit Wasser drinnen und Steinen auf dem Boden und wir waren eigentlich da bei ihnen zu sagen, okay, wir holen das nach, wir machen das wann anders und dann hatten wir hier alles abgedichtet in gemeinschaftlicher Arbeit, wie vorhin schon erwähnt und dann meinten die beiden, aber nee, eigentlich passt es, naja, sieht man es sogar, das sind die Klangschalen.
Und die Arbeit hieß sogar From Melody to Mud. Genau, genau und es war auch sehr matschig hier, also ja und dann meinten die beiden, nee, also jetzt passt es eigentlich sogar noch viel, viel besser und dann war hier eine wunderbar konzentrierte Stimmung, die Musik war wunderschön, es war so Ambient-Musik und es hat überall von den Seiten getropft und es hat perfekt gepasst, man wusste nicht, was ist jetzt Teil der Musik und was kommt gerade von oben herab und ja, sehr, sehr schöne Stimmung und alle waren sehr gerührt währenddessen, also ja, das war glaube ich mein Highlight.
Christina BeckerKIT Innovation HUB
34:14Ja, Dankeschön, das ist tatsächlich auch eins meiner Highlights gewesen, das war wirklich ein sehr beeindruckender Abend, aber wenn es jetzt so speziell, also nicht um die insgesamte Stimmung, sondern um ein Kunstwerk gehen soll, dann habe ich noch ein anderes und das ist tatsächlich auch vom Anfang, das war in der ersten Container-Ausstellungsrunde dabei und das war von Maike Denker, die Spuren der Metamorphose des Tagpfauenauges auf Papier, das war eine Arbeit erstmal mit weißem Papier und Klecksen drauf für mich und man hat sich relativ schnell gefragt, was das irgendwie für Farbe ist und dann habe ich rausgefunden, dass sie, ich kannte vorher keine Arbeiten von ihr, dass sie eben sehr viel mit natürlichen Prozessen arbeitet und dass sie rausgefunden hat, also das wissen wahrscheinlich auch andere, aber für sich selber rausgefunden hat, dass Schmetterlinge in dem Metamorphose-Prozess, also wenn sie sich verpuppen und dann entpuppen, die überschüssige Farbe, die sie nicht brauchen, für ihre Flügel ausscheiden und sie hat dann Schmetterlinge gezüchtet und hat eben diese überschüssige Farbe auf diesen Leinwänden aufgefangen und das fand ich einfach eine, das ist eine Arbeit, an die ich immer noch sehr viel denke, obwohl sie schon seit einigen Wochen nicht mehr hängt, weil es einfach sehr viele Fragen für mich auch aufmacht oder auch schöne Gedanken auslöst, immer wieder mit diesen Metamorphose-Prozessen, in denen wir uns ja auch gesellschaftlich immer wieder befinden, nochmal neu umzugehen und auch die Ausscheidungsprodukte dessen irgendwie auch anders wahrzunehmen.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
36:03Vielen Dank. Also in dem gleichen Container war auch gleichzeitig eine Arbeit von Alex Bester, um diesen Kreis zu schließen, die mit dem Klimawandel beziehungsweise der Reaktion der Natur auf den Klimawandel gearbeitet hat und das fand ich auch sehr spannend im Kontext zur Infrastruktur. Also war eines oder ich fand eigentlich, ach, es gab so viele Highlights im Programm für mich, aber das war schön, dass diese Brücke auch gut funktioniert hat bei vielen Arbeiten, dass man immer etwas hatte, worüber man dann auch konkret geredet hat. Also es gab viele Werke für mich, die dann auch in dem Programm sich wiedergespiegelt haben, also sei es in Workshop-Formaten oder in Dialogrunden oder in Vorträgen. Das fand ich ganz schön. Hier auch eine Performance von Heidi Herzig, das war letzte Woche, nee, vor zwei Wochen draußen.
Also da sieht man auch, das war für mich nämlich witzigerweise auch ein Highlight, weil das so diese Feuerschale genutzt worden ist, um ein Narrativ aufzubauen und jeder Künstlerperson sich auch mit uns zusammen dialogisch so Orte dafür gesucht hat. Und das fand ich eben auch schön, die Flexibilität, die der Ort hatte, der Kunst gegenüber und auch andersrum, also auch die Künstler:innen flexibel waren, das war eine schöne Erfahrung. Und dieser Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft hat stattgefunden, behaupten wir.
37:25Die Materialbibliothek als Einstieg ins Gespräch
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Und jetzt würde ich andersrum mal sagen, wenn wir jetzt wissen, was so die Highlights oder die künstlerischen Trigger waren, für mich war es auch unter anderem die Materialbibliothek, die in der Kommunikation als Einstieg super funktioniert hat. Also wer sie noch nicht inhaltlich kennt oder verstanden hat, hier befinden sich vier Erzählstränge und wir haben bewusst auf eine direkte Erklärung verzichtet. Das heißt, wir wollten bewusst damit spielen, dass jemand nicht gleich weiß, gucke ich gerade Kunst an oder ist es Müll von Alba aus der Hafenstruktur oder Hafenwasser oder ist es etwa einer der Stars der Bauchemie?
Also unserer gebauten Infrastruktur und wir hatten ein Quartettspiel entwickelt und jedes Fach hat eine Nummer und entspricht einer Karte in unserem Spiel und das war ganz charmant, weil entweder Leute auch angefangen haben zu spielen hier oder auch rumliefen mit dem Quartett und immer ihre eigene Betrachtungsweise auf den Prüfstand gestellt hatten. So kam es mir vor, ah jetzt bin ich sicher, dieser Müll hier von Alba, auch dieser Block, gut der wird jetzt verdeckt von den Boxen, aber da waren sich so viele sicher, ja das ist Kunst und wenn man aber weiß, wie wir bei Alba da auf dem Platz standen und dieser Block hierher befördert worden ist, das war halt nicht so, also wir standen alle riechend davor, ob das jetzt geht für die Ausstellung oder nicht, das war aber diese Sicherheit zu wissen, was man sieht und nicht, also auch dieses Spiel damit, diese Ambivalenz hat mir total gefallen bei vielen, dass man sich doch nicht sicher sein konnte und das aber nicht verurteilenswert war, also es war nicht dieses, ah, dann verstehst du nichts von Wissenschaft oder Kunst oder dem Rheinhafen, sondern es war so offen und aus dieser Offenheit und diesem Diskurs hervorgehend würde ich David dich mal fragen, gibt es eine Frage, die für dich aus diesem ganzen Konglomerat an Kunst und Wissenschaft hervorging, die weiter behandelt werden muss in Blick auf Infrastruktur, also was war für dich etwas, wo du sagst, ja, da sollten wir weiter dran arbeiten, weil das haben Kunst und Wissenschaft so deutlich gemacht oder hervorgebracht.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
39:36Oder auch nicht, also eine drängende Frage, achso, okay, ich dachte, das wäre eine Frage, sorry.
David SeilerKIT Innovation HUB
39:40Tatsächlich eine Herzensangelegenheit eigentlich von mir und schönerweise verbindet sie beide Welten, beide Disziplinen, nämlich Wertschätzungsstrukturen, Strukturen, mit denen wir zum Ausdruck bringen, dass es uns etwas wert ist, dass wir sauberes Wasser haben, dass wir uns mobil bewegen können, dass wir fast unendliche Freiheit darin genießen können, wie wir hier als Menschen, als Gesellschaft zusammenleben. Und diese Dinge, das wurde im WERKstattPALAST häufig auch in Diskussionen zutage gefördert, sind selten mit einem bewussten Wert verknüpft.
Gleiches gilt, glaube ich, sehr häufig auch für Kunst, egal in welcher Kunstform, dass die Wertschätzung vor allem für die Entwicklung von Kunst, für die Errichtung von Infrastruktur, für die Pflege von beidem und von einem Kulturraum, in dem sich beides trifft, in dem sich beides vielleicht auch selbst erst ermöglicht. Das wäre mir ganz wichtig, dass wir das schaffen, neu zu betrachten und die Wichtigkeit dessen auch vermitteln können. Und ich glaube, das hier war eine ganz wunderbare Plattform dafür, Sensibilisierung dafür zu schaffen, dass dieses Allgemeingut, wo wir alle von profitieren, das uns bereichert auf geistiger Ebene, das uns Wohlfahrt und Wohlstand ermöglicht, jetzt wieder im Hinblick auf Infrastruktur, dass wir das neu denken.
Das ist das, was mich bewegt und was ich hier mit weiter bearbeiten möchte.
41:42Verantwortung braucht Mut
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Das führt ja auch zum Thema der Verantwortung. Wer trägt die eigentlich? Das war für mich auch ein Punkt, wo ich zum einen gemerkt habe, da müssen wir viel tun, damit jeder auch einen Mut entwickelt, sich verantwortlich bewegen zu können. Und das hatte Andreas schon bei der Öffnung so toll formuliert mit der Verantwortung. Also welche Forderung dahinter ist in Bezug auf Strukturwandel. Vielleicht kannst du das noch einmal erläutern, wenn du weißt, was ich meine. Also es ging wie ein Appell um, was er meint, also Wertschätzung und Verantwortung liegen ja oft nah beieinander, also zumindest wenn man seinen Umwelt wertschätzt.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
42:19Ehrlich gesagt kann ich mich daran überhaupt nicht mehr erinnern, was ich dort gesagt habe und freue mich auf das Band, um das dann selber auch zu hören. Aber worum es mir eigentlich geht, heute wie auch vor zehn Wochen und sicherlich auch in zehn Wochen, ist schlicht und ergreifend, dass wir verstehen müssen, dass wir Teil einer Gesellschaft sind, in der wir Verantwortung übernehmen müssen. Und das braucht Mut. Und dieser Mut, wenn man sich manchmal heranschaut, der fehlt an vielen Orten. Und dieser Mut fehlt an vielen Orten, weil dort die falschen Leute sitzen und es nicht gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen. Es fehlt, weil das nie gelernt wurde, Verantwortung zu übernehmen. Und weil zum Teil eben das Konsumieren viel einfacher ist, als Verantwortung zu übernehmen. Und ich hatte dort den Begriff, den mir schon länger durch den Kopf geht, verwendet, da bin ich mir ziemlich sicher, dass ich manchmal den Eindruck habe, dass wir in einer verantwortungslosen Gesellschaft leben.
Das heißt also, wir sitzen hier und nehmen alles wahr, wir nutzen alles als eine gewisse Selbstverständlichkeit, aber wir nehmen sie nicht wahr, dass wir auch unseren Teil dazu beitragen müssen. Und das ist der erste, der zweite und vielleicht sogar der vorletzte Schritt, um all dies zu verlieren. Dann werden wir diese Verantwortung nicht übernehmen in unseren Aufgaben. Das kann eine kleine Verantwortung sein oder eine große Verantwortung. Das hängt sicherlich auch von der Aufgabe ab, aber diese müssen wir annehmen und sie dann volltragen. Und dazu gehört Mut. Mut, Verantwortung zu übernehmen, für die man sich vielleicht in dem Moment auch ein bisschen zu klein und zu einfach fühlt, aber trotzdem diesen Schritt zu machen, weil ohne diese Schritte werden wir eben nicht das schaffen, was wir in nächster Zukunft schaffen müssen, nämlich die Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenverknappung, all diese Dinge irgendwo so zu bewältigen, dass nicht die Generation, jetzt meine Generation, die kann das ganz entspannt sehen.
Wir können eigentlich nur noch eins tun, und zwar für die nachfolgenden Generationen aus unseren Funktionen heraus, Plattformen zu schaffen, Chancen zu generieren, Mut zuzusprechen, eben diese Verantwortung zu übernehmen. Aber wenn es uns eben nicht gelingt, diese Verantwortung auch als Teil einer Generationenfolge zu betrachten, mit den unterschiedlichen Aufgaben, dann wird es uns nicht gelingen, die Folgen dieser Auswirkungen, die wir zum großen Teil selbst produziert haben, tatsächlich irgendwo in den Griff zu bekommen und dafür zu sorgen, dass der Planet auch am Ende dieses Jahrhunderts irgendwo noch in der Form ist, wo man das Gefühl hat, ja gut, da kann man denn im Rheinhafen sitzen, auf das Rheinbecken schauen, sieht dort eben auf diesem Postgarten, die ich gerade vor mir habe, oder auch die Bilder, die wir dort gesehen haben, zum Teil ja fast ein romantisches und ein idyllisches Bild, dann wird es hier keinen Baum geben, da wird alles grau sein und eventuell gar kein Wasser mehr in den entsprechenden.
Und das ist heute, glaube ich, vielen nicht so bewusst, dass die Verantwortung, die sie für heute übernehmen oder heute übernehmen müssen, eigentlich in die Zukunft gerichtet ist. Sondern es geht nur darum, habe ich morgen irgendwas mehr geschafft, habe ich morgen jemand ausgeschaltet, habe ich morgen irgendwie etwas eliminiert. Das ist die falsche Antwort.
45:43Was Kennzahlen über Kunst und Wissenschaft verschweigen
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Ja, das finde ich sehr, sehr wichtig, weil wir hatten ja eben auch viele Gespräche über Transformationsprozesse oder was es braucht. Und ich glaube, diese Zukunftsgewandtheit, die wiederum Mut erfordert, ist super wichtig und eigentlich geht es an der auch nicht vorbei. Also wir erleben ja, das war für mich ein interessanter Punkt, was in den Talks hervorging, war zum einen, dass ihr in der Wissenschaft den Hirschfaktor benutzt, um Projekte messbar zu machen und wir in der Kunst den Künstler:innenfaktor. Und diese beiden Werte, die sind dermaßen rückwärtsgewandt, ähnlich wie Bebauungspläne aus den 80ern. Also wir hatten Bebauungspläne, waren rückwärtsgewandt, Kunst und Wissenschaft funktionieren an ihrer Messbarkeit nach Normen, die sich verändert haben. Und wie schafft man es, im besten Fall eben auch diese Normen umzukehren und Mut zu entwickeln, dass man neue, wenn man Normen braucht, von mir aus oder neue Strukturen generiert.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
46:41Vielleicht müssen wir ganz kurz die zwei Faktoren erklären, sonst kommt man vielleicht nicht mit. Wir haben dort in der Diskussion darüber gesprochen, wie wird der Wert eines Bildes eigentlich kalkuliert. Und da gab es dann eben diesen Künstlerfaktor mal Quadratmeter und das gab dann den Preis einfach. Und da war ich ganz baff, weil wir haben so etwas Ähnliches in der Wissenschaft über die Zahl der Veröffentlichungen, die wir haben, die geben wir oder die Veröffentlichung geben wir ein in Google, Google Scholar. Da gibt es dann Algorithmen, die kein Mensch kennt und hinten wird dann für einen Wissenschaftler von der Leistungsfähigkeit her der Hirschfaktor berechnet. Das heißt, wir reduzieren Menschen in einem Fall auf den Künstlerfaktor, in einem anderen Fall auf den Hirschfaktor. Und wenn man das jetzt mal betrachtet, tun sich viele Menschen es damit viel zu leicht, dass wir anfangen, alles, was wir tun, auf einzelne Zahlen zu reduzieren.
Kennen wir aus der Betriebswirtschaft, gibt es jede Menge Kennzahlen. Und diese Kennzahlen, wo wir jetzt Menschen mit betrachten, reduziert letztendlich auf eine sehr einfache und simple Weise, macht es die Sache einfach. Ich bewerte, ich vergleiche. Aber auf der anderen Seite, durch dieses Einfachmachen, haben wir einen anderen Effekt. Wir verlieren nämlich die Chancen, die daraus entstehen, wenn Menschen dort unterwegs sind, sich immer aus diesem System ausklicken und sich nicht daran bewerten lassen. Und das sind genau diese Steve Jobs, die wir brauchen, die einfach sagen, scheißegal, irgendwie machen wir das jetzt mal und jetzt gucken wir mal, ob es geht und wenn es nicht geht, ist es nicht. Aber das ist das, was vorhin mit Mut auch gemeint war. Mut zu sagen, scheißegal, wir machen es mal, gucken, was passiert. Und heute, Achtung, Vorsicht, Alarm, und das sehen wir heute bei Wissenschaftlern zum Teil, die 20, 21 und 22 sind.
Und so verrückt, wie es ist, sie werden vielleicht einen fantastischen Hirschfaktor haben, aber sie werden die Welt nicht verändern, genau wie es Künstler tun, die nicht auch Risiken eingehen. Und deshalb müssen wir eben die Menschen zusammenholen, die bereit sind, Risiken einzugehen. Und ich glaube, das war die Kernaufgabe und auch das Kernergebnis hier, dass es uns gelungen ist, hier Menschen zusammenzubringen, ins Gespräch zu bringen, die bereit sind, Risiken einzugehen und auch das Risiko zu scheitern, zu versagen, aber auf der anderen Seite auch die Chance dabei entwickeln, Dinge zu bewegen, wo wir wirklich einen Schritt vorwärts kommen. Denn darüber müssen wir uns klar sein. Zu Anfang hat uns niemand zugetraut, dass sowas gewuppt wird. Und das hat viel Mut gekostet, viel Risiko. Bei ato sicherlich mehr als jetzt bei uns vom KIT. Aber diesen Mut zu entwickeln, das hat sich, glaube ich, gelohnt und wird auch Multiplikator sein.
49:22Welches Risiko die Beteiligten eingegangen sind
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
Ich würde gerne die Brücke zu dem Mut und ato noch mal kurz schließen, Hannah oder Emma-Lilo oder nacheinander. Ich würde gerne fragen, wo liegt denn bei euch, oder Steffi, wo liegt denn bei euch das Risiko für ato? Ich meine, wir wurden schon so oft als die Davids gegen Goliaths bezeichnet, weil wir uns herausgenommen haben, Strukturen verändern zu wollen.
Und wo liegt dann eine Chance oder auch das Risiko, was wir tragen als Künstler in Plattformen? Ja, also ich weiß gar nicht, bei welchen Risiken ich anfangen soll.
Weitere Stimme aus der Runde
50:02Ja, nee, also es ist halt, also die meisten denken sich das ja wahrscheinlich oder wissen es auch aus eigener Erfahrung, die Kunstwelt ist keine einfache und es ist an sich schon mal in der bestehenden Kunstwelt, so wie sie momentan läuft, nicht einfach Fuß zu fassen. Und tatsächlich ja, ganz konkret davon finanziell leben zu können. Und nichtsdestotrotz gibt es unendlich viele tolle Kunst und Künstler:innen weltweit, deutschlandweit und die werden oft nicht gesehen oder schon gesehen, aber können dann trotzdem nicht von ihrer Kunst leben. Und ja, sich sozusagen den Mut zu haben und zu sagen, wir schaffen das, wir schaffen das, dass mehr Künstlerinnen und Künstler von ihrer Kunst leben können und dass wir mehr mit ins Boot holen und dass wir unser System so teilen, dass mehr davon irgendwie profitieren können.
Ja, ich denke, das ist so ein Risiko, was wir eingehen, dass wir sagen, wir sind nicht eh schon in einem risikobehafteten Gebiet, sondern versuchen das jetzt auch nochmal anders auf die Beine zu stellen.
Emma-Lilo Kellerato
51:15Oder vielleicht anknüpfend an Risiko, ein Risikofaktor, den ich zu Beginn gesehen hatte und der mir ein bisschen Angst gemacht hat tatsächlich, war das Risiko, schaffen wir es alle, eine gemeinsame Sprache zu finden hier vor Ort tatsächlich. Also eben Kunst und Wissenschaft zu verknüpfen, aber auch die Inhalte richtig zu vermitteln, die wir alle seit Monaten intern miteinander diskutieren, besprechen und schaffen wir das an die verschiedenen Generationen, die hier vor Ort da sind, aus völlig verschiedenen Bereichen hierher kommen, schaffen wir das an die Leute zu vermitteln, auch auf Augenhöhe vor allem. Also eben nicht aus diesem institutionellen Kontext heraus zu sprechen, sondern auch vielleicht, also ja, die Kunst anders zu vermitteln, als sie sonst vermittelt wird.
Und das war etwas, was am Anfang ein bisschen Bauchschmerzen gemacht hat tatsächlich, weil man ja immer auch in seiner eigenen Blase lebt vielleicht und weiß, was das Wort Narrativ heißt. Und dann kommen hier vielleicht Besucherinnen hierher und fragen sich eben, ja, was heißt das eigentlich, was meint ihr damit? Und ich glaube, das ist uns eigentlich ganz gut gelungen. Also ich kann mich erinnern, es gab hier Diskussionsrunden, die entweder explizit aus dem wissenschaftlichen Bereich waren oder aus dem künstlerischen Bereich. Und da hat man gesehen, gerade in den Dialogen danach oder in den Fragerunden danach, dass sich das wunderbar verknüpft hat und sich die Fragen ergänzt haben eigentlich. Und dass man da sehr gut eben auf Augenhöhe miteinander darüber sprechen konnte und sich ergänzt hat. Und das würde ich mir wünschen, dass wir da noch weiter nachhaken und da noch nachbauen, weil das ist sehr wichtig auf jeden Fall für unser Projekt.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
53:08Vielleicht einen Satz nur dazu. Ich denke, das war auch eine Geschichte, dass man eben die Neugier entwickelt hat und auf den anderen zugegangen ist. Ich glaube, das war ein ganz wichtiger Punkt, dass man eben diese Neugier auch in die andere Richtung entwickelt hat. Sonst hätte das sicherlich nicht so gut funktioniert. Aber gestatte mir noch ganz kurz was zum Risiko, weil ja das Risiko jetzt für euch, für uns gibt es auch ein Risiko und das bringe ich mal auf den Punkt.
Moment,
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
53:34darüber reden wir am Samstag zum Thema Interdisziplinarität.
Okay, so. Weil zehn Wochen sind wir jetzt hier gewesen und das Risiko, was wir hier entwickeln, und das darf man auch nicht unterschätzen, jemand wie der David, der an der Promotion arbeitet, Tina ist eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, wenn sie der Regeln gefolgt wäre, als anständige Wissenschaftlerin, hätten sie in diesen zehn Wochen ein bis zwei Paper produzieren müssen. Das heißt, wir sind jetzt hier rausgegangen in eine Umwelt herein, die eigentlich aus der klassischen Wissenschaft mehr oder minder als Zeitverschwendung betrachtet werden. Wir machen nicht eigentlich unsere Arbeit. Und wenn wir unsere Arbeit nicht machen, kriegen wir keinen guten Hirschfaktor. Wenn wir keinen guten Hirschfaktor machen, bekommen wir keine Mittel. 90 Prozent der Mittel, die wir haben, sind auch Drittmittel. Das heißt, da müssen wir auch für Gelder sorgen. Das heißt eben, dieses Aussteigen aus diesem Denken, wie es David jetzt gemacht hat, wird es für ihn jetzt sehr schwer machen, wieder zurückzukommen in dieses klassische Bild und in dieses klassische Funktionieren. Du bist böse. Nein, nein.
Aber es ist die Wahrheit. Nein, das ist jetzt wirklich etwas. Aber, und das ist ja das, was ich damit ausdrücke, ich tue es ja auch, der Gewinn, der nachher für die Person selber ist und auch für seine Qualität des wissenschaftlichen Arbeitens, ist extrem groß, aber genau wie ihr jetzt praktisch sagt, wir sind aus dem klassischen System für zehn Wochen ausgestiegen, haben wir das auch getan.
Und von daher gesehen gibt es auch ein Risiko. Und deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, dass eben einige Kollegen, Thomas Umhofer, der Herr Wöll und so weiter, reagiert haben und gesagt, hey, das ist ja eine super coole Idee. Und das Potenzial erkannt haben auch fürs wissenschaftliche Arbeiten. Und das macht mir jetzt eben die Hoffnung, was du gerade gesagt hast, diesen Dialog weiterzuführen, nämlich eben auch, dass die Wissenschaftler, die aus diesem System ausgestiegen sind, einen Weg gefunden haben, mehr oder minder ihre Qualitäten, ihre Möglichkeiten, ihre Chancen in ihrer eigentlichen Arbeit zu erhöhen und zu verbessern. Und da tun mir jetzt eigentlich die anderen leid, die durch diesen Tunnel hindurchlaufen und diese Chance nicht gehabt haben. Aber es wird sehr lange dauern, bis das eben eine breite Anerkennung findet, dass man eben auch diese Wege geht.
Und das ist ja auch die Idee des Forschungsprojektes, das noch ein bisschen deutlicher zu machen. Man
Weitere Stimme aus der Runde
56:10müsste eigentlich Risiko studieren können, oder? Das kannst du. Echt? Im Casino, oder was? Ich würde ganz
Weitere Stimme aus der Runde
56:19gerne noch mal an deine Sprachfrage was anschließen. Ja, ich auch. Weil es gab einen für mich auch wirklich ganz besonderen Vormittag in der Vorbereitung auf unsere Materialbibliothek hier. Da haben wir uns mehrere Stunden in einem Café getroffen und alle sind mit der Annahme dort hingegangen. Wir besprechen jetzt kurz die Kriterien für das Quartett und hatten dann noch eine Liste mit x anderen Themen.
Und jetzt hatten wir natürlich alle andere Disziplinen als Hintergrund. Und aus diesen Disziplinen heraus haben wir diese Narrative, die hier ausgestellt sind, betrachtet, bewertet und versucht, denen Kriterien überzustülpen. Und irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass das schon irgendwie schnell passt. Es hat überhaupt nicht gepasst. Das war für mich eine sehr aufwühlende Diskussion. Ja, du lachst, aber ich glaube, da muss ich es einfach ganz offen so zugeben. Ich
Weitere Stimme aus der Runde
57:22Ja, aber wir haben es geschafft. Wir haben eine Diskussionskultur dort entwickelt und gelebt, in der wir den Disziplinen jeweils Kompetenz eingeräumt haben. Indem wir verstanden haben, wenn du das aus deinem Narrativ so erzählst, dann höre ich dir zu, nehme das auf und versuche das zu übertragen, ohne diese klassische Schublade aufzumachen. Na, aus der Wissenschaft muss ich das eigentlich anders betrachten. Und es gab vielleicht den ein oder anderen Moment, wo ich angeführt hatte, für mich aus der Materialwissenschaft heraus, kommen wir an gewissen Definitionen nicht vorbei. Aber da habt ihr mir dann zugehört. Und wir haben uns da nach ein paar Stunden, waren wir mit einem fertigen Quartett am Start. Also das war Wahnsinn, was da passiert ist.
Mit einem Verständnis füreinander, für die Ziele und Ansinnen des jeweils anderen. Das war für mich ein ganz wichtiger Tag, was dieses interdisziplinäre Arbeiten angeht.
Christina BeckerKIT Innovation HUB
58:31Ich würde, genau, vielleicht um das ganz kurz zu erklären. Also es gab ja auch dann bei einer Kategorie, bei der wir uns nicht auf eine Definition oder eine Bewertbarkeit einigen konnten. Das war der Begriff der Schönheit. Auf den auch aus künstlerischer Seite vor allem bestanden wurde und der aber natürlich aus wissenschaftlicher Seite sehr schwer zu bewerten war. Und da haben wir ja trotzdem Wege gefunden, wie wir diesen Begriff der Schönheit in das Spiel aufnehmen können. Und wir haben einfach die Spielregeln geändert.
Man kann also, die Schönheit ist sozusagen der Joker im Quartett spielt. Die ist nicht vorbewertet, sondern muss beim Spiel diskutiert werden unter den Spielenden, wodurch sie sogar eigentlich eine relativ wichtige Rolle eingenommen hat. Aber das fand ich auch so schön an diesem Prozess, dass es Wege gefunden wurden, wie eben, ja, also wenn es halt nicht passt, dann ändert man die Spielregel. Und das war auch ein sehr schönes Ergebnis.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
59:27Und ich glaube, dass es auch schön war, dass wir allen Sprachen Raum gelassen haben. Weil als du gerade meintest, du warst so aufgeregt, ob wir eine Sprache finden. Ich weiß noch, David, als wir da saßen mit dem Herrn Jüttner von der BNN, vorne am Wasser, und er meinte, wie schafft ihr es denn zu einer Sprache? Und wir beide gleich aufschrien, auf keinen Fall eine Sprache, das wollen wir nicht schaffen, darum geht es uns nicht. Wir wollen sichtbar machen, wie viele es gibt, und dass man Gehör schult für verschiedene Sprachen. Und das ist auch darüber entstanden oder gelungen, dass quasi ein gemeinsames Zuhören erlangt werden kann und ein Bewusstsein darüber, wie viele Sprachen parallel ablaufen.
Struktur, jede Person, die reinkommt, hat ein anderes Bild davon. Ob molekular, chemisch, Organisationsstruktur, Machtstruktur und so weiter. Also diese gemeinsamen Sprachen zusammenzubringen oder nebeneinander, miteinander an den Tisch zu setzen, da lag auch ein Wert, oder Steffi?
Für die Zukunft würde ich mir natürlich wünschen, dass das noch mehr passiert. Also wir hatten hier einen sehr schönen Talk, der mir auch im Gedächtnis geblieben ist, der für mich deshalb eindrücklich war, weil da unterschiedliche Vorstellungen aufeinander getroffen sind.
Es waren eigentlich zwei Talks und ich hätte es mir eigentlich öfters gewünscht. Also es war der erste Talk, den wir hatten. Es waren dann, wozu die Kunst, gesellschaftliche Rolle, Aufgabe der Kunst, wo wir einen Talk hatten, auch mit verschiedenen Generationen und Kunst, Auffassung, Definitionen, die sind aufeinander geclashed. Und das war total interessant, weil es so ein sehr neckisches, auch teilweise diskutieren gab und kontroverse Positionen auf den Tisch gelegt wurden und dann aber im Nachhinein nach dem Talk angestoßen wurde und irgendwie Telefonnummern ausgetauscht wurden, was ich nicht gedacht hätte. Und der zweite Talk, der sich sehr stark dem Publikum öffnete, war der Talk Hafengestalten. Und dieser Umstand war natürlich dem geschuldet, dass leider sehr viele Gäste abgesagt haben und wir gesagt haben, wir öffnen den Talk viel mehr für das Publikum.
Und da sehr unterschiedliche Interessen und Sichtweisen auf den Hafen sichtbar wurden.
Und das war eine interessante Diskussion, wo ich auch gemerkt habe, vielleicht da oder auch Schwachstellen vielleicht auch in unserer Art des Diskutierens aufkam, wo ich mir für die Zukunft wünschen würde, auch diese Diskussionsformate, die wir hatten oder Talks, noch mehr aufzubrechen Richtung Publikum. Und dann macht das natürlich Sinn, wenn wir auch kleine Runden haben und da auch nochmal direkter vielleicht Wege finden, das Publikum mit einzubeziehen, um eben nochmal verschiedene Sichtweisen aufzutun. Weil viele Talks natürlich auch aus einem bestimmten Gebiet dann doch auch sehr vielleicht schwieriger waren, da einen Zugang zu finden. Und da würde ich mir wünschen, dass wir da irgendwie vielleicht noch mehr arbeiten, wie man Wege finden kann, das Publikum näher einzubeziehen.
Und vielleicht schaffen wir es ja jetzt auch nochmal, irgendwie auch in die Runde zu fragen, wer denn alles da war und auch irgendwie Eindrücke sammeln. Also ist jetzt spontan mir in die... Nee, das ist eine super Idee, Steffi. ...gekommen. Ich weiß nicht, ob das jetzt dein Plan... Ist okay.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
1:03:15Nee, aber... Also super, ich würde da gleich genau das öffnen wollen, nur weil du jetzt schon bei Wünschen bist und bei Zukunftsvisionen. Entschuldigung. Nee, nee, wäre das mein Plan gewesen, einmal noch eine Runde zum Abschluss zu machen unter uns in dem Fall, was euer Wunsch an die Zukunft wäre, im Puncto-WERKstattPALAST, das von euch zu erfahren und dann würde ich sehr gerne nochmal stimmen von euch, die auch zum Teil die letzten Wochen sehr intensiv mitverfolgt haben, gerne nochmal zu Worte kommen lassen, wo für euch der Wert oder auch was richtig beknackt war, könnt ihr auch äußern, aber wo der Wert lag in dem, was wir hier getan haben. Aber erstmal würde ich nochmal Hannah fragen, was ist denn ab Montag los?
1:04:06Wünsche für die Zukunft
Hannah Kleinato
Also mein Wunsch für Montag, ich springe mal noch eine Woche weiter über den Abbau hinaus. Ja, also ich würde mir, es ist noch so unkonkret, glaube ich, ich habe jetzt keine genaue Vorstellung, wo es weitergeht und wie genau das aussieht, weil ich glaube, da sind auch viele Ideen im Raum und auch wirklich viele Orte, die sich auch schon gemeldet haben, auch gesagt und sie hätten auch auf sowas Lust. Das heißt, da bin ich relativ offen. Was ich mir aber wünschen würde, ist eigentlich, dass wir so im Herzen behalten oder im Bauch oder im Kopf diese Dynamik, die wir hier entwickelt haben und diese Fähigkeit, zusammen zu arbeiten und viel zu lachen und nebenbei viel zu schaffen und dass das irgendwie bleibt und da bin ich mir ehrlich gesagt ziemlich sicher, dass dann egal wo und in welcher Form das wieder irgendwie weitergehen kann und noch nicht am Ende ist und ja, das wäre eigentlich so mein Wunsch, mein größter.
David SeilerKIT Innovation HUB
1:05:08Was den Ort angeht, da schließe ich mich dir an. Ich glaube, dass, was wir hier gezeigt haben, ist, dass wir eine Plattform aufgebaut haben, in der man Wandel diskutieren, besprechen kann, in dem man Möglichkeitsräume eröffnen kann. Diese Transformation mit der Gesellschaft partizipativ zu gestalten. Und deshalb glaube ich auch, dass wir das an vielen Orten, besonders vielleicht auch dort, wo struktureller Wandel ganz schnell notwendig ist, wäre das, glaube ich, ein Format, das man anbieten kann.
Und für mich persönlich wäre aber für die Gebäudehöhle, also das, wo wir jetzt gerade drin sitzen, das, was wir als Terrasse nutzen, also wo wir uns jetzt die letzten zwölf Wochen mehr aufgehalten haben als zu Hause oder an anderen Arbeitsplätzen, das komplett kreislauffähig so aufbauen, dass wir das tatsächlich an unterschiedlichsten Orten hintransportieren können. Im kleinen Format für den Tag der offenen Tür, in einem größeren Format in einer Stadt, die sagt, wir haben hier ein Riesenprojekt vor und wissen nicht so richtig, weil die Vielfalt der Herausforderung dabei so groß ist, dass man es eben auch mit dem WERKstattPALAST-Format bespielen könnte, um gesellschaftlichen Diskurs anzuregen, um Verständnis zu schaffen, um Zuhören zu ermöglichen. Das wäre ein großer Wunsch von mir.
Ich habe schon meinen Wunsch gesagt, deshalb gebe ich das Mikro an, Andreas.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
1:06:50Ich denke, für mich war jetzt in den zehn Wochen, oder ich sage es mal so, die Hülle, das Ganze hier, das kann man auch anders machen oder anders tun.
Aber ich glaube, das Wichtige war eben einfach der Geist, der sich in dieser Zeit entwickelt hat. Die Möglichkeit eben aus dem klassischen Tagesberuf, aus dem Tagespensum, aus dem Geschichte, auszusteigen und bestimmte Dinge sich von einer anderen Seite anzuschauen.
Und ich glaube, das ist eben etwas, was wir brauchen, um eben nicht in diesem Tunnel zu gelangen, in dem wir sehr häufig drin sind. Deshalb geht es mir eigentlich nicht darum, den WERKstattPALAST als Objekt in dem Sinne zu erhalten, so wie er jetzt ist, sondern den WERKstattPALAST als irgendwie eine Art geistiger Arbeit, Auseinandersetzung, Austausch und Ähnliches zu erhalten. Und das können wir, salopp gesagt, auch schaffen, wenn wir zum Hamburger bei McDonalds sitzen, wenn es uns gelingt, eben diesen Dialog aufrechtzuerhalten. Und ich glaube, das ist die eigentliche Aufgabe, wenn das ganze Ding hier plattgemacht ist.
Weitere Stimme aus der Runde
1:08:14Ich bin mir nicht sicher, Andreas. Ich bin mir echt nicht sicher, ob man nicht auch ein Umfeld braucht. Ja, ich finde es so. Hallo. Finde ich auch.
Stephanie Rotheato
1:08:25Ich glaube, es knüpft ganz gut an, was ich mir wünsche. Und zwar, dass wir schaffen, die Inhalte hier, die hier besprochen wurden, die sehr wichtig waren, diesen Momentum hier weiterzutragen. Dass es nicht nur hier in diesem Gebäude stattgefunden hat und dann verpufft, sondern dass es auch an die Außenwelt herangetragen werden kann. An Leute, die nicht nur hier im Rheinhafen in Karlsruhe waren, sondern von woanders herkommen, dass sie verstehen, was hier passiert ist. Und das wird noch anstrengend auf jeden Fall. Das wird noch sehr viel Arbeit. Also wir haben natürlich alles aufgenommen, aber wie wir das aufbereiten, das müssen wir uns auf jeden Fall noch zu Herzen nehmen.
Das ist mein Wunsch eins. Und Wunsch zwei ist auf jeden Fall, dass wir für alle zukünftigen Veranstaltungen auf jeder Speisekarte immer Kümmelschnaps mit Sardelle anbieten.
Christina BeckerKIT Innovation HUB
1:09:20Ja, es wurden schon viele sehr gute Wünsche, finde ich, auch geäußert. Ich kann mich auch Steffi ein bisschen anschließen. Wir hatten da auch vor, ich glaube, zwei Wochen auch schon mal ein längeres Gespräch drüber, dass auch ich mir wirklich wünsche, dass man es schafft, das noch mehr zu öffnen. Ich war bei dem Talk Hafengestalten leider nicht da, habe das aber natürlich von unterschiedlichen Seiten auch erfahren. Und ich hatte auch so eine Erfahrung so ein bisschen außerhalb, ich habe einen Vortrag gehalten auf der EFFEKTE-Reihe vom KIT, auf der ich auch den WERKstattPALAST und die Idee dahinter vorgestellt habe, wo noch mal Leute waren, die eben hier noch nicht waren und wo auch durchaus noch mal klargemacht wurde, dass wir in unserer Sprache dann doch manchmal relativ elitär sind.
Und ich glaube, das ist natürlich auch dem geschuldet, dass wir dieses Projekt auch gemeinsam geplant haben. Und auch wenn wir es nicht wollten, es passiert ist, dass wir ein Stück weit auch eine gemeinsame Sprache entwickelt haben. Und ich glaube, da muss man jetzt auch sehr vorsichtig sein in Zukunft, dass man versucht, das noch mal ein bisschen mehr zu öffnen. Das wäre für mich so ein halbkritischer Wunsch, auch rückblickend auf unser Projekt.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
1:10:38Das ist interessant, weil wir hatten ja auch das Thema Partizipationen. In einem Talk und dass man auch nicht verwässern darf. Also es gibt genau diese Balance, die so schwierig ist zu schaffen, zwischen natürlich ist man auch irgendwo Expertin in einem Bereich und kann nicht sagen, ja, scheren wir alles über einen Kamm. Jeder kann ja mitreden und weiß alles gleich. Gleichzeitig wollen natürlich auch, oder ist es so schwer, daraus auszubrechen und das runterzubrechen, ohne einen Qualitätsverlust zu erleben. Also das finde ich eine wahnsinnige Aufgabe. Auf jeden
Christina BeckerKIT Innovation HUB
1:11:09Fall, das ist eine Riesenherausforderung. Ich glaube, gerade dieser Partizipationsbegriff, der wird da manchmal auch zu schnell benutzt. Oft ist es dann doch eine Teilhabe und Partizipation wird sehr oft synonym zur Teilhabe benutzt, ist aber einfach noch ein Schritt mehr. Also auf einem ganz platten Beispiel, wenn ich ein behindertengerechtes Gebäude baue, dann können die Menschen mit Behinderung daran teilhaben, indem sie es benutzen. Aber das ist dann noch lange nicht ein partizipatives Gebäude. Das wäre es, wenn die auch in die Planungsprozesse einbezogen sind. Und ich glaube, da muss man dann doch relativ begriffsscharf bleiben, dass das nicht so ein bisschen verwässert. Oder sich auch dessen bewusst machen, wann es eine Teilhabe ermöglicht und wann eine Partizipation.
Christina BeckerKIT Innovation HUB
1:11:55nichts Schlechtes. Genau, eben. Also wann ist welches Format vielleicht auch geeignet, um weiterzukommen im Bau von Infrastruktur oder so.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
1:12:05Also mein Wunsch wäre, der schließt auch natürlich an eure alle an, außer an McDonald's. Mein Kümmelschnaps unterstütze ich voll und ganz. Mein Wunsch ist in jedem Fall eine Publikation nächstes Jahr mit euch allen zu erarbeiten, die crossmedial funktioniert und wir sämtliche Inhalte, crossmedial soll man nicht sagen, also multimedial funktioniert und die Bereiche nochmal öffnet und verschiedene Perspektiven nochmal einlädt dazu, was zu formulieren.
Das in jedem Fall. Und mein Wunsch wäre auch, dass wir in Dialog bleiben mit dem Rheinhafen, der mir sehr ans Herz gewachsen ist über dieses Projekt und auch natürlich mit den Rheinhäfen dadurch, dass wir hier nicht einfach gehen und irgendwie so, es fühlt sich, glaube ich, für uns alle komisch an, wenn wir diesen Platz räumen, dass da ein Kontakt bestehen darf. Würde mich sehr freuen. Und ich würde mich ebenfalls freuen, das Mikro an Stefanie zu geben, die eine Publikumsrunde jetzt moderiert und leitet. Und ich danke euch schon mal allen. Vielen Dank fürs Zuhören. Das war jetzt ein intensiver Austausch. Und ich freue mich aber auch, wenn jemand noch was zu sagen hat.
1:13:17Stimmen aus dem Publikum
Stephanie Rotheato
Ja, hat jemand?
Ja, also ich glaube, wir finden es alle ganz schön. Diejenigen, die vielleicht öfters hier waren. Wie habt ihr den WERKstattPALAST wahrgenommen?
Welche Formate haben euch besonders gefallen? Und was hat euch vielleicht nicht so gefallen? Und was sind eure Wünsche eigentlich an den WERKstattPALAST 2.0?
Wenn du dich mal ganz langsam umdrehst, sehen wir jemanden, der sehr oft da war. Das stimmt. Möchtest du was sagen? Du hast ihn ja sehr intensiv wahrgenommen auch.
Stimme aus dem Publikum
1:14:02Ja, ich war in der zweiten Hälfte öfter da, das stimmt. Am Anfang war ich unterwegs, im August noch, muss ich schon sagen. Sonst wird es alles falsch bewertet hier. Also, ja klar, der WERKstattPALAST. Was kann man dazu sagen? Es hat mich ein bisschen an das Projekt zum Pavillon zum Karlsruher Stadtgeburtstag erinnern, im Schlosspark. Es war ähnlich. Man konnte dort eben verschiedene Formate auch beantragen und selbst einbringen. Das hat hier vielleicht ein bisschen gefehlt, dass man auch von außen Formate zugelassen hat. Also dann wären vielleicht noch öfter auch unter der Woche Angebote gewesen oder so. Aber das kann man noch...
Weitere Stimme aus der Runde
1:14:47Das liegt dann an den dreieinhalb Millionen mehr, die der Stadtgeburtstag hatte.
Und vielleicht hat es auch dann nicht ganz so rumgesprochen, was hier überhaupt stattfindet und stattfinden soll. Das war das eine. Ja, ansonsten haben mir am besten die Workshops gefallen. Die habe ich sehr gerne wahrgenommen. Und ja, war auch immer interessant, ob es jetzt um pflanzliche Sachen ging oder um brauliche Maßnahmen oder sonst was. War sehr anregend. Und auch die Fachkompetenz war vereinzelt. Also überragend, muss ich sagen. Ich war sehr überrascht, als ich einmal gekommen bin und es saßen da der Chef von der Bundesbahn und der Chef von der Autobahn AG in der Diskussionsrunde über Nachhaltigkeit. Was kann man sich mehr wünschen eigentlich als unbeteiligter Beobachter?
Ganz so hoch waren die Kollegen jetzt nicht in der Hierarchie, aber es waren Experten, die sich dann dem Thema wirklich gut ausgekannt haben. Aber fast. Okay,
Geht ja um Strukturen.
Stimme aus dem Publikum
1:15:58Und ja, also man würde sich so etwas öfter wünschen natürlich, weil man das jedes Jahr oder alle zwei Jahre, zehn Wochen aufstellen konnte, wäre das wunderbar. Man könnte dann eben auch länger vorausplanen. Es können sich mehr Gruppen mit engagieren eventuell. Und man könnte dann auch unter der Woche noch Programme anbieten.
Also das ließe sich ja noch richtig groß erweitern. Man weiß nicht so ein bisschen in der Schwebe, man weiß nicht so genau, was jetzt genau dabei herauskommen wollte. Ist es jetzt ein bisschen Werbung für ato gewesen im Endeffekt?
Oder was wird darüber hinaus geschehen? Ich habe jetzt am Schluss ein bisschen das mitgekriegt, was David mit einbringt, diesen Nachhaltigkeitsgedanken aus der Architektur. Das ist natürlich über ato hinausgreifend. Das ist schon mal gut. Und ja, wird man sehen, was weiter passiert, wie sich das hält, was da an Angeboten entsteht und ob sich das nachhaltig trägt. Die Gefahr, das Risiko, was ich für die Mitarbeiter sehe, ist halt gefressen oder gefressen werden. Also, dass ihr euch nicht in den Strukturen, die ihr eigentlich ändern wollt, verliert. Okay.
Ja, bitte, super.
Stimme aus dem Publikum
1:17:41Also, ich zähle mich zu dem Publikum. Ich war gelegentlich dabei, zu Beginn, in der Mitte und am Schluss. Ich bin eigentlich immer gern gekommen, neugierig, was passiert.
Was wird vorgestellt? Ich hatte auch keine Vorstellung, was der Abend bringt. Fand ich also sehr interessant und ganz besonders habe ich das auch von den anderen Besuchern gesehen, die sagten, oh, das macht ja Spaß, weil eigentlich Kunstausstellung immer elitär ist und distanziert ist. Und das hatte ich eigentlich als sehr angenehm empfunden und würde mir also schon wünschen, wenn ihr weitermacht, dass man das mit berücksichtigt. Da kommen auch Leute, auch ich habe ein paar Leute mitgebracht, die waren dann also sehr positiv. Und das Thema Kunst und Wissenschaft ist natürlich ein Dauerbrenner, ich sehe das mehr auf der akademischen Seite. Wir hatten jetzt Diskussionen über Robotik und Kunst, was hat das miteinander zu tun? Da gibt es Künstler, da war jetzt in Venedig auf der Biennale von Korea ein ganz spektakuläres Exponat.
Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass man groß darüber geredet hatte, sondern man musste suchen und Informationen machen. In Kalifornien kenne ich Leute, die das auch als Thema in Berkeley machen. Und ich denke, da ist so die Berührung, auch die Einbeziehung des Publikums und eben nicht elitäres Präsentieren, Diskutieren, ist eigentlich eine ganz gute Sache. Also von der Seite hat es mir gut gefallen. Und der Hafen ist natürlich schon eine Herausforderung, finde ich. Tolle Umgebung und da müsst ihr weitermachen. Ja,
1:19:39Der Rheinhafen zieht Bilanz
Gast der Rheinhäfen Karlsruhe
Ja, also ich meine, jetzt muss ich natürlich auch was dazu sagen. Das ist mal ganz klar. Als die Frau Quinte auf uns zukam und sagte, sie will da einen WERKstattPALAST machen. Also wir wussten ja nun überhaupt nicht, was da auf uns zukommt. Und wir haben uns da so ein bisschen zurechtgeruckelt. Und ich habe nur so mitgekriegt im Kollegenkreis, also gerade auch die Mitarbeiter, die jetzt normalerweise im Leben nicht in eine Kunstausstellung gehen würden. Ich sage es mal ganz klassisch, meine Jungs aus der Werkstatt.
Denen hat hier die Struktur gefallen. Was ist denn das? Und da waren die ein oder anderen dabei und haben einfach mal reingeguckt. Und sind dann auch wiedergekommen. Die haben nach der Arbeit, sind sie mal vorbeigekommen und sind dann am Wochenende mit Kind und Kegel hier aufgeschlagen. Und ich denke, diese Möglichkeit so ganz unbelastet an, also vielleicht die Wissenschaft war für die vielleicht nicht im Vordergrund, aber einfach hier so Mitmachgeschichten. Das war das, was man sonst wo ein niedrigschwelliges Angebot nennt.
Das ist sehr gut angekommen, weil das auch einen ganz anderen Zugang zu Dingen bringt, wo jetzt, ohne das jetzt irgendwie überheblich klingen lassen zu wollen, Otto Normalbürger vielleicht nicht macht. Und diese Hafenumgebung, ich meine gut, dass ich natürlich meinen Hafen toll finde, ist selbstverständlich, ist klar. Die hat aber natürlich schon dazu beigetragen, dass das hier eine ganz besondere Atmosphäre hatte, die auch, glaube ich, zum Erfolg des Ganzen beigetragen hat. Und ich kann Ihnen also sagen, selbstverständlich, wenn es also WERKstattPALAST 2.0 geben sollte, wir sind dabei.
Stephanie Rotheato
1:21:35Vielen Dank. Also wenn man das nicht als Schlusswort setzen kann, dann weiß ich auch nicht. Vielen Dank. Ja und gerne auch im persönlichen Gespräch. Also ich wollte nur sagen, ihr könnt gerne auch noch im persönlichen Gespräch uns anquatschen und sagen, naja, das liegt mir noch auf dem Herzen.
Norina Quinteato, künstlerische Leitung
1:21:56Absolut. Es gibt auch am Samstag nochmal die klassische Diskussionsrunde, der Dialog, wo wir natürlich noch mehr öffnen werden. Da geht es um Interdisziplinarität. Also was bringt es uns eigentlich? Eine Sprache, keine Sprache, viele Sprachen. Und da freuen wir uns, wenn ihr Samstag dazukommt, ganz lange bleibt. Auch morgen wird es sehr spannend. Es gibt um 20:30 Uhr eine Performance von Kilian Kretschmer, die wirklich beeindruckend wird, wo auch jede Person, die kommt, Teil dessen sein wird, was da passiert.
Und im Anschluss auch nochmal Musik. Also wir freuen uns, wenn ihr morgen oder übermorgen auch noch ein letztes Mal vorbeikommt. Vielen Dank. Und jetzt ganz kurz ein letztes Wort noch. Und jetzt im Anschluss gibt es auf jeden Fall noch Musik. Und zwar ein Live-Radio-Format mit Klaus Fiehe, Radio-Legende von 1Live und Byte FM. Und ich freue mich schon sehr darauf. Sehr. Und wir machen die Lichter oben auf dem Dach jetzt an, damit man die Fotoausstellung noch sehen kann.
Super. Und das Feuer an.