Archiv · 13.08.–15.10.2022 · Ein Projekt von supermorgenArchiv 2022 · supermorgen

Thema 3 von 8 · 9 Veranstaltungen

Hafen und Wasser

Wie lässt sich der Rheinhafen für die Stadtgesellschaft öffnen?

Die Nutzung des Karlsruher Rheinhafens für Kultur war bis 2022 nicht gestattet. Der WERKstattPALAST war die erste extern organisierte Kulturveranstaltung auf dem Hafengelände, direkt an der Anlegestelle der MS Karlsruhe. Besuchende konnten sich zum ersten Mal über längere Zeit im Hafen aufhalten.

Die sechste Woche hieß „Hafen gestalten“. Beim Talk Hafen gestalten? fragten ato, der KIT Innovation HUB und der Architekt Janosch Ottenschläger, wer die Akteur:innen des Hafens sind, was seine Materialien, und wie er sich weiter öffnen ließe. Zwei Tage vorher hatte Ottenschläger über den urbanen Metabolismus gesprochen und den Hafen als Ort für eine Kreislaufstadt beschrieben. Jannik Lang baute im Workshop „Aus Hafen gestalten“ mit Materialien aus der Hafenindustrie, und die Wasserschutzpolizei öffnete ein schweres Polizeiboot für Groß und Klein.

Das Wasser selbst war Thema bei Nati Krawtz, die mehrere Tage die Strömungen des Rheins erforschte und daraus die Wasserperformance „REIE“ machte. Desirée Eppele ließ einen Fries aus Rheinwasser-Slime durch einen Container laufen, im Kino-Container liefen Filme über den Rheindamm (D/XXV) und Rappenwört (insle). Für das Hafenbecken war Christian Schnurers schwimmende Arbeit „Der Patriot“ angekündigt. In der Materialbibliothek bildete der Rheinhafen eines der vier Narrative, mit Asphalt, Petrolkoks, Granit und Aluminium vom Schrottplatz.

Programm 2022

Leitfragen

  1. Was passiert im Rheinhafen, und wer sind seine Akteur:innen?
  2. Welche Materialien liegen im Hafen, und was lässt sich daraus bauen?
  3. (Wie) kann es gelingen, den Hafen für Bürger:innen weiter zu öffnen?
  4. Wohin fließt ein Fluss, dessen Name „fließen“ bedeutet, wenn er zu flach für Schiffe wird?

Ausstellung

Werke zum Thema

Ein Tor aus Wellblech, Folien und Metallplatten in unterschiedlichen Farben steht auf der Wiese.
Foto: Sebastian Heck

Eingangstore des Geländes · 2022

4 x Tor

Dennis Ulbrich

Metall, Holz, Kunststoff, Plexiglas, Farbe

Wo? „4 x Tor“ (Dennis Ulbrich), Eingang/Ausgang Ost (Tram-Seite)Im 3D-Modell zeigen

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Das Kunstwerk war Eingang und Ausgang zum Gelände, und genau damit spielt es: zwei Tore, die sich öffnen und schließen lassen, sodass Vorder- und Rückseite eine eigene Rolle bekommen. Die Flechtarbeit funktioniert von beiden Seiten und spielt mit halbtransparenten Materialien wie Folien. So entsteht eine Verbindung zwischen „offen“ und „geschlossen“. Ein Großteil der Materialien stammt aus der Umgebung des Rheinhafens.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Container 2 (ab 8. September)

Cargo Bay Passengers of the Rhine

Desirée Eppele

Acryl auf Leinwand, Plastikfolie mit Slime-Flüssigkeit aus Rheinwasser

Wo? Kunst-Container 2 („der hintere“)Im 3D-Modell zeigen

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Die Mixed-Media-Arbeiten spielen auf den Ort an: Ein Wasserfries aus Rheinwasser-Slime windet sich durch den Schiffscontainer und macht aus den Gemälden, sonst Güterware, Subjekte. Werke und Betrachtende werden so zu neuen „Cargo Bay Passengers“, deren frühere und kommende Reisen nur zu erahnen sind. Gezeigt wurden Bilder der Serien „Spring has been broken“ (2020) und „Gender Violence“ (2022) und der Fries (150 × 1500 cm, 2022).

Vertreten durch die ato-Kunstagent:innen Anna-Lina Helsen und Kai-Uwe Hermann (ARTWORKROOM)

Kino-Container · 2022

D/XXV

Sophie Reißfelder und Sebastian Schönfeld

Kurzfilm

Wo? Kino-ContainerIm 3D-Modell zeigen

Zum Werk

D/XXV ist der Name des Hauptbauwerks im Dammsystem, das Karlsruhe vor den wiederkehrenden Rheinhochwassern schützt. Der Kurzfilm folgt dem Damm und seiner Rolle für die Lebensräume, die sich um ihn herum bilden. Audio: Ilja Morgenstern · Color Grading: Tibor Pilz, Alexander Thelen · Sounddesign: Sebastian Schönfeld · Stimme: Volker Guthier.

Kino-Container · 2022

insle

Sebastian Schönfeld

Film

Wo? Kino-ContainerIm 3D-Modell zeigen

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„Islands are the peaks of a landmass with no visible bridge.“ Der Film nähert sich im Winter dem Gebiet um Rappenwört in Karlsruhe: einem Ort ohne Menschen und doch voller menschlicher Projektionen. Stimmen mit ganz eigenen Beziehungen zu dieser Insel am Stadtrand erzeugen einen archivischen Raum zwischen spätsaisonaler Stille und Abenteuerlust.

Alle Werke →

Einblicke

Fotos

Gelber Rauch zieht nachts über das dunkle Hafenbecken, am Ufer brennen Lichter.
Performance „REIE“ von Nati Krawtz · Freitat · Foto: Lisa Bergmann
Luftaufnahme im Abendlicht: Der WERKstattPALAST zwischen Bäumen und Bahngleisen, dahinter das Hafenbecken des Karlsruher Rheinhafens.
Luftbild mit Hafenbecken · Preview · Foto: Sebastian Heck
Drohnenaufnahme bei Nacht: Das hell beleuchtete Gerüstgebäude steht zwischen Bäumen, daneben eine Straße mit Lichtspuren.
Luftbild bei Nacht · Eröffnungswochenende · Foto: Sebastian Heck
Luftbild in der Dämmerung: Der beleuchtete Bau im Vordergrund, dahinter das Hafenbecken und die Industrieanlagen des Rheinhafens bis zum Horizont.
Rheinhafen in der Dämmerung · Eröffnung · Foto: Sebastian Heck
Besuchende stehen am Geländer und auf Stufen am Wasser, beleuchtet von gelbem Licht.
Performance „REIE“ von Nati Krawtz · Freitat · Foto: Lisa Bergmann
Eine Gesprächsteilnehmerin spricht an der Tafel ins Mikrofon, neben ihr hört ein Mann zu.
Talk „Hafen gestalten?“ · Dialog · Foto: Sebastian Heck

Stimmen · Who-is-Who-Wand

Antworten auf „Was ist Struktur?“

„Alles hängt mit allem zusammen.“

Dennis Ulbrich · Künstler

„Meine persönliche Vorstellung von Struktur ist die Anordnung einzelner Elemente als ein kollektives Ganzes, dessen Erscheinungsbild und Handlungscharakter durch die Art der Beziehungen der Mitglieder zueinander bestimmt wird.“

Desirée Eppele · Künstlerin

„Ich würde Struktur als die innere Logik eines Systems oder eines Netzwerks beschreiben, dessen einzelne Teile in einer eher trägen bzw. gefestigten Art zueinander in Beziehung stehen. Dies kann der Aufbau einer Konstruktion, deren Teile fest verbunden sind, die Grundgedanken eines Wertesystems oder die scheinbare Notwendigkeit eines bürokratischen Ablaufs sein.“

Jannik Lang · Produktdesign-Student, HfG Karlsruhe

Kontakt

Fragen zum WERKstattPALAST oder zu einem eigenen Vorhaben beantwortet supermorgen per E-Mail oder Telefon, meist innerhalb von zwei Tagen.