Archiv · 13.08.–15.10.2022 · Ein Projekt von supermorgenArchiv 2022 · supermorgen

Grafik und Raum · 2022

Gestaltung

Erscheinungsbild und Bau des WERKstattPALAST 2022, mit Entwürfen, Plänen und Fotos vom Aufbau.

Teil 1

Grafik

Das Erscheinungsbild des WERKstattPALAST hat Emma-Lilo Keller (ato) entwickelt, mit Grafik-Assistenz von Christine Vera Fischer und Justine Hartwig vom KIT Innovation HUB. Gedruckt hat die Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki in Rheinstetten. Es kommt mit wenigen Mitteln aus: einer Linie, einem Rot und zwei Schriften.

Farben

Signalrot und Verlauf

Die Palette ist praktisch zweifarbig: ein kräftiges Signalrot (etwa #E30613), das in weichen, runden Verläufen über Koralle ins Weiß ausläuft, dazu schwarze Linien und Typografie. Die roten Flächen wirken wie Wärmebilder oder Zellen, die schwarzen Linien mäandern über das Format und nehmen die Logo-Linie auf. Hinter Textblöcken liegen organisch ausgeschnittene weiße Flächen. Ein Farbdokument mit festen Werten gab es nicht, der Wert hier ist aus den Dateien geschätzt.

  • Signalrot#E30613 · RGB 227 6 19
  • Schwarz#000000
  • Weiß#FFFFFF
  • VerlaufRot läuft rund über Koralle ins Weiß aus
Kontrast
Rot auf Weiß4,9 : 1AA für Fließtext
Rot auf Schwarz4,3 : 1AA nur für große Schrift
Schwarz auf Weiß21 : 1AAA

Kontrast nach WCAG 2.2. Ein Farbdokument mit festen Werten gab es nicht, das Rot ist aus den Druckdateien geschätzt.

Schriften

Coconat und Mattone

  • Coconat Bold ExtendedHeadlines, in Versalien, oft als Frage
    ZUGANG AUF DACH
  • MattoneInfotext, Daten, Listen, Adressen
    außerhalb der Öffnungszeiten nicht gestattet

Ausschnitt aus dem Schild „Zugang auf Dach“. Beide Schriften zeigen wir als Bild aus den Originaldateien.

Anwendungen

Plakate und Drucksachen

Plakate, Programmheft, Schilder, Labels, Posts und Bierdeckel: 59 Arbeiten aus dem Sommer 2022. Filtern Sie nach Anwendung, ein Klick öffnet das Großbild.

Anwendung

59 von 59 Arbeiten

Entwurf und Ergebnis

Entwurf und Druck im Vergleich

Zwei Beispiele aus dem Designguide. Ziehen Sie den Regler oder nutzen Sie die Pfeiltasten, um Entwurf und Ergebnis zu vergleichen.

Aus der Frage „Karlsruhe hat einen Hafen?“ wurde das Plakat „Ein Traum wird wahr: Karlsruhe liegt am Wasser.“
Aus dem Layoutmuster mit Blindtext wurde das gedruckte Who-is-Who mit 48 Steckbriefen.

Teil 2

Raum

Für den WERKstattPALAST gab es keinen Raum, also haben wir einen gebaut. An der Anlegestelle der MS Karlsruhe, mitten im Industriegebiet und mit Blick aufs Hafenbecken, stand zehn Wochen lang eine „fliegende Architektur“: ein Bau aus Baugerüstelementen, der aufgebaut, bespielt und wieder abgebaut wurde. Der Entwurf stammt von Norina Quinte, die Szenografie von Jannik Lang, Sophie Lichtenberg und Norina Quinte.

  • 2Geschosse und ein begehbares Dach
  • 25 mlange Tafel, selbst gebaut
  • 32Gerüstfächer in der Materialbibliothek
  • 2Übersee-Container für Kunst und Film
Nachtansicht des beleuchteten Baus mit Dachterrasse, davor Gäste an Tischen.
Freitagabend · Foto: Sebastian Heck

Geschosse und Dach

  • Oben: Das begehbare Dach war Ausstellungsfläche für Bilder und Skulpturen, Bühne und Zuschauerraum zugleich. Auf der oberen Empore hing die Fotoausstellung „Paradies Baustelle“ der AG Lichtbild, an der Reling rund 40 Sätze von Sibylle Wagner.
  • Unten: die 25 Meter lange Materialbibliothek „MATERIALSTRUKTUREN“ mit 32 Gerüstfächern, gestaltet und konstruiert von Jannik Lang mit Norina Quinte, Licht von Marius Probst.
  • Daneben: zwei Übersee-Container für Kunstwerke und Videoarbeiten, die im September zweimal neu bespielt wurden.
  • Dazwischen: eine selbst gebaute, 25 Meter lange Tafel für Gespräche und Workshops. Gäste, Moderation und Publikum saßen am selben Tisch.
  • Rundherum: Gastronomie und Bar („Port Dog“ von DeliBurgers), Kunst an Zaun, Toren und Fassade, eine schwimmende Arbeit im Hafenbecken.

Warum ein Gerüst

Das Thema war (Infra-)Struktur. Ein Gerüst ist Struktur, die man sieht: Es ist das, was auf jeder Baustelle steht, bevor etwas entsteht, und es verschwindet, wenn das Gebäude fertig ist. Im Portfolio von 2022 heißt es, die Kombination aus „baulicher Werkstatt-Ästhetik und hochwertigem Ausstellungsdesign“ solle nachhaltige Werkstoffe, Infrastruktur und die Struktur der Kunstwelt „unter einem Dach“ verhandeln.

Beteiligte am Bau

Das Gerüst stellte die Building Partners Group aus Berlin, als Hauptsponsor, einschließlich Planung, Auf- und Abbau. Die Pläne (Stand 4. April und 20. Mai 2022) entstanden gemeinsam mit dem Team. Alles andere haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB selbst gebaut, mit freiwilligen Helfer:innen: Materialbibliothek, Tafel, Möbel für Workshops und Gastronomie, Ausstellungsflächen. Nach dem letzten Tag wurde vom 16. bis 20. Oktober 2022 zurückgebaut. Die selbst gebauten Teile wurden laut Rückblick abgebaut und weiterverwertet.

Der Ort in 3D3D-Modell des BausHalle, lange Tafel, Materialbibliothek, Container, Dachbühne und Vorplatz als Modell zum Drehen, mit allem, was dort stattfand.3D-Modell öffnen

Planung · Frühjahr 2022

Pläne und Skizzen

Skizzen, 3D-Studien und die Gerüstplanung vom Frühjahr 2022, dazu die Werkpläne für Materialbibliothek und Verschalung.

Vorabzug und Ausführung im Vergleich

Der erste Vorabzug vom 4. April 2022 und die Ausführungsplanung vom 20. Mai: Rampe und Treppe wurden dazwischen noch überarbeitet.
Die 3D-Studie vom März 2022 und der fertige Bau im August, mit Treppe, Dachterrasse und Container.

Aufbau · August 2022

Fotos vom Aufbau

Das Gerüst stellte Building Partners, alle Einbauten haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB mit Freiwilligen selbst gebaut. Die Bilder in zeitlicher Reihenfolge.

  1. Unter dem Gerüstdach arbeiten zwei Personen auf einer Leiter, am Boden liegen Bretter.
    01Aufbau · Anfang August 2022Foto: ato
  2. Ein Holzsteg führt zwischen Gerüstrohren entlang, die Verkleidung fehlt noch.
    02Aufbau · Anfang August 2022Foto: ato
  3. Das Dach im Aufbau mit Platten, Blechen und Geländer, im Hintergrund Bäume und ein Fahnenmast.
    03Aufbau · August 2022Foto: ato
  4. Die fertige Tribüne auf dem Dach, noch leer, mit sandfarbenem Boden und grauem Himmel.
    04Aufbau der Tribüne · August 2022Foto: ato
  5. An der hohen Fassade werden dunkle Trapezbleche montiert, eine Leiter lehnt am Gerüst.
    05Aufbau der Fassade · August 2022Foto: ato
  6. Blick in das Erdgeschoss im Rohbau mit Gerüstdach, Containern und Material auf dem Boden.
    06Aufbau · August 2022Foto: ato
  7. Eine Person streicht auf dem Dach eine weiße Wand, daneben steht ein Farbeimer.
    07Aufbau · August 2022Foto: ato
  8. Ein Mann mit Schirmmütze arbeitet konzentriert an einem Gerüstrohr.
    08Aufbau · August 2022Foto: ato

Fotos

Architektur

  • Der WERKstattPALAST bei Nacht: Das beleuchtete Erdgeschoss öffnet sich zum Vorplatz, darüber ein dunkelblauer Himmel.
  • Drohnenaufnahme bei Nacht: Das hell beleuchtete Gerüstgebäude steht zwischen Bäumen, daneben eine Straße mit Lichtspuren.
  • Luftbild in der Dämmerung: Der beleuchtete Bau im Vordergrund, dahinter das Hafenbecken und die Industrieanlagen des Rheinhafens bis zum Horizont.
  • In der Abenddämmerung stehen zwei Personen vor einer beleuchteten Ausstellungswand, dahinter das Kraftwerk.
  • In der Abenddämmerung stehen Besuchende vor dem offenen, beleuchteten Eingang des dunklen Gerüstbaus.
  • Publikum sitzt nachts um ein Feuer vor dem beleuchteten Gerüstbau.
  • Luftaufnahme im Abendlicht: Der WERKstattPALAST zwischen Bäumen und Bahngleisen, dahinter das Hafenbecken des Karlsruher Rheinhafens.
  • Der Gerüstbau von vorn: Auf der Dachterrasse stehen viele Menschen, auf dem Platz davor sitzen Gäste an Tischen mit roten Stühlen.
  • Publikum sitzt auf den Stufen der Tribüne auf dem Dach, dahinter Fotowände und Pappeln.
  • Die leere lange Tafel mit roten Stühlen unter dem Gerüstdach, an den Gerüststangen hängen Materialien und Objekte.
  • Totale der Gerüsthalle mit Publikum an Tischen während einer Gesprächsrunde.
  • Schräge Luftaufnahme bei Nacht: Gäste an der langen Tafel vor dem beleuchteten Gerüstbau, eingerahmt von hohen Bäumen.

Anforderungen des Orts

Die Fläche gehört zum Betriebsgelände der Rheinhäfen Karlsruhe. Verhandelt wurde über Gerüstkonstruktion, abendliche Bespielung, Gastronomie, Strom und Wasser. Vor Ort gab es Schilder für Rezeption, Toiletten, Dachzugang, Brandschutz („keine Zigaretten“) und Baumschutz („keine Fahrräder“), dazu eine Hausordnung für einen respektvollen Umgang. Erreichbar war der WERKstattPALAST mit der Tram 5 bis zur Endstation Rheinhafen und zwei Minuten zu Fuß.

Credits

Gestaltung
Emma-Lilo Keller (ato)
Grafik-Assistenz
Christine Vera Fischer, Justine Hartwig (KIT Innovation HUB)
Entwurf und Konzept
Norina Quinte
Szenografie
Jannik Lang, Sophie Lichtenberg, Norina Quinte
Gerüst
Building Partners Group, Berlin (Planung, Auf- und Abbau)
Druck
Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki, Rheinstetten
Fotos
Sebastian Heck und weitere, jeweils am Bild genannt

Kontakt

Fragen zum WERKstattPALAST oder zu einem eigenen Vorhaben beantwortet supermorgen per E-Mail oder Telefon, meist innerhalb von zwei Tagen.