Gestaltung
Raum
Für den WERKstattPALAST gab es keinen Raum, also haben wir einen gebaut. An der Anlegestelle der MS Karlsruhe, mitten im Industriegebiet und mit Blick aufs Hafenbecken, stand zehn Wochen lang eine „fliegende Architektur“: ein Bau aus Baugerüstelementen, der aufgebaut, bespielt und wieder abgebaut wurde. Der Entwurf stammt von Norina Quinte, die Szenografie von Jannik Lang, Sophie Lichtenberg und Norina Quinte.
- 2Etagen, oben ein begehbares Dach
- 25 mlange Tafel, selbst gebaut
- 32Gerüstfächer in der Materialbibliothek
- 2Übersee-Container für Kunst und Film
Geschosse und Dach
- Oben: Das begehbare Dach war Ausstellungsfläche für Bilder und Skulpturen, Bühne und Zuschauerraum zugleich. Auf der oberen Empore hing die Fotoausstellung „Paradies Baustelle“ der AG Lichtbild, an der Reling rund 40 Sätze von Sibylle Wagner.
- Unten: die 25 Meter lange Materialbibliothek „MATERIALSTRUKTUREN“ mit 32 Gerüstfächern, gestaltet und konstruiert von Jannik Lang, Licht von Marius Probst.
- Daneben: zwei Übersee-Container für Kunstwerke und Videoarbeiten, die im September zweimal neu bespielt wurden.
- Dazwischen: eine selbst gebaute, 25 Meter lange Tafel für Gespräche und Workshops. Gäste, Moderation und Publikum saßen am selben Tisch.
- Rundherum: Gastronomie und Bar („Port Dog“ von DeliBurgers), Kunst an Zaun, Toren und Fassade.
- Im Hafenbecken: eine schwimmende Arbeit, „Der Patriot“ von Christian Schnurer.
Warum ein Gerüst
Das Thema war (Infra-)Struktur. Ein Gerüst ist Struktur, die man sieht: Es ist das, was auf jeder Baustelle steht, bevor etwas entsteht, und es verschwindet, wenn das Gebäude fertig ist. Im Portfolio von 2022 heißt es, die Kombination aus „baulicher Werkstatt-Ästhetik und hochwertigem Ausstellungsdesign“ solle nachhaltige Werkstoffe, Infrastruktur und die Struktur der Kunstwelt „unter einem Dach“ verhandeln.
Beteiligte am Bau
Das Gerüst stellte die Building Partners Group aus Berlin, als Hauptsponsor, einschließlich Planung, Auf- und Abbau. Die Pläne (Stand 4. April und 20. Mai 2022) entstanden gemeinsam mit dem Team. Alles andere haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB selbst gebaut, mit freiwilligen Helfer:innen: Materialbibliothek, Tafel, Ausstellungsflächen. Nach dem letzten Tag wurde vom 16. bis 20. Oktober 2022 zurückgebaut. Die selbst gebauten Teile wurden laut Rückblick abgebaut und weiterverwertet.
Planung · Frühjahr 2022
Pläne und Skizzen
Skizzen, 3D-Studien und die Gerüstplanung vom Frühjahr 2022, dazu die Werkpläne für Materialbibliothek und Verschalung.
Entwurf · „Die Treppe“
Entwurf · Aussicht auf den Hafen
Gerüstplan · Vorabzug
Skizze · Standort im Rheinhafen
Gerüstplan · Plateauebene
Gerüstplan · Grundriss
Gerüstplan · Rampe und Schnitte
Materialbibliothek · Regalmodul
Materialbibliothek · Regalsystem
Verschalung · Rampe Mitte
Verschalung · Rückseite
Vorabzug und Ausführung im Vergleich
Aufbau · August 2022
Fotos vom Aufbau
Das Gerüst stellte Building Partners, alle Einbauten haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB mit Freiwilligen selbst gebaut. Die Bilder in zeitlicher Reihenfolge.
Fotos
Architektur
Anforderungen des Orts
Die Fläche gehört zum Hafengelände der Rheinhäfen Karlsruhe. Verhandelt wurde über Gerüstkonstruktion, abendliche Bespielung, Gastronomie, Strom und Wasser. Vor Ort gab es Schilder für Rezeption, Toiletten, Dachzugang, Brandschutz („keine Zigaretten“) und Baumschutz („keine Fahrräder“), dazu eine Hausordnung für einen respektvollen Umgang. Erreichbar war der WERKstattPALAST mit der Tram 5 bis zur Endstation Rheinhafen und zwei Minuten zu Fuß.
Credits
- Gestaltung
- Emma-Lilo Keller (ato)
- Grafik-Assistenz
- Christine Vera Fischer, Justine Hartwig (KIT Innovation HUB)
- Konzept und kuratorische Leitung
- Norina Quinte
- Szenografie
- Jannik Lang, Sophie Lichtenberg, Norina Quinte
- Gerüst
- Building Partners Group, Berlin (Gerüstbau und Baulogistik)
- Druck
- Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki, Rheinstetten
- Fotos
- Sebastian Heck und weitere, jeweils am Bild genannt





















