Archiv · 13.08.–15.10.2022 · Ein Projekt von supermorgenArchiv 2022 · supermorgen

Gestaltung

Raum

Für den WERKstattPALAST gab es keinen Raum, also haben wir einen gebaut. An der Anlegestelle der MS Karlsruhe, mitten im Industriegebiet und mit Blick aufs Hafenbecken, stand zehn Wochen lang eine „fliegende Architektur“: ein Bau aus Baugerüstelementen, der aufgebaut, bespielt und wieder abgebaut wurde. Der Entwurf stammt von Norina Quinte, die Szenografie von Jannik Lang, Sophie Lichtenberg und Norina Quinte.

  • 2Etagen, oben ein begehbares Dach
  • 25 mlange Tafel, selbst gebaut
  • 32Gerüstfächer in der Materialbibliothek
  • 2Übersee-Container für Kunst und Film
Nachtansicht des beleuchteten Baus mit Dachterrasse, davor Gäste an Tischen.
Freitagabend · Foto: Sebastian Heck

Geschosse und Dach

  • Oben: Das begehbare Dach war Ausstellungsfläche für Bilder und Skulpturen, Bühne und Zuschauerraum zugleich. Auf der oberen Empore hing die Fotoausstellung „Paradies Baustelle“ der AG Lichtbild, an der Reling rund 40 Sätze von Sibylle Wagner.
  • Unten: die 25 Meter lange Materialbibliothek „MATERIALSTRUKTUREN“ mit 32 Gerüstfächern, gestaltet und konstruiert von Jannik Lang, Licht von Marius Probst.
  • Daneben: zwei Übersee-Container für Kunstwerke und Videoarbeiten, die im September zweimal neu bespielt wurden.
  • Dazwischen: eine selbst gebaute, 25 Meter lange Tafel für Gespräche und Workshops. Gäste, Moderation und Publikum saßen am selben Tisch.
  • Rundherum: Gastronomie und Bar („Port Dog“ von DeliBurgers), Kunst an Zaun, Toren und Fassade.
  • Im Hafenbecken: eine schwimmende Arbeit, „Der Patriot“ von Christian Schnurer.

Warum ein Gerüst

Das Thema war (Infra-)Struktur. Ein Gerüst ist Struktur, die man sieht: Es ist das, was auf jeder Baustelle steht, bevor etwas entsteht, und es verschwindet, wenn das Gebäude fertig ist. Im Portfolio von 2022 heißt es, die Kombination aus „baulicher Werkstatt-Ästhetik und hochwertigem Ausstellungsdesign“ solle nachhaltige Werkstoffe, Infrastruktur und die Struktur der Kunstwelt „unter einem Dach“ verhandeln.

Beteiligte am Bau

Das Gerüst stellte die Building Partners Group aus Berlin, als Hauptsponsor, einschließlich Planung, Auf- und Abbau. Die Pläne (Stand 4. April und 20. Mai 2022) entstanden gemeinsam mit dem Team. Alles andere haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB selbst gebaut, mit freiwilligen Helfer:innen: Materialbibliothek, Tafel, Ausstellungsflächen. Nach dem letzten Tag wurde vom 16. bis 20. Oktober 2022 zurückgebaut. Die selbst gebauten Teile wurden laut Rückblick abgebaut und weiterverwertet.

Der Ort in 3D3D-Modell des BausHalle, lange Tafel, Materialbibliothek, Container, Dachbühne und Vorplatz als Modell zum Drehen, mit allem, was dort stattfand.3D-Modell öffnen

Planung · Frühjahr 2022

Pläne und Skizzen

Skizzen, 3D-Studien und die Gerüstplanung vom Frühjahr 2022, dazu die Werkpläne für Materialbibliothek und Verschalung.

Vorabzug und Ausführung im Vergleich

Der erste Vorabzug vom 4. April 2022 und die Ausführungsplanung vom 20. Mai: dazwischen wurde die Planung noch überarbeitet.
Die 3D-Studie vom März 2022 und der fertige Bau im August, mit Rampe und Dachterrasse.

Aufbau · August 2022

Fotos vom Aufbau

Das Gerüst stellte Building Partners, alle Einbauten haben die Teams von ato und KIT Innovation HUB mit Freiwilligen selbst gebaut. Die Bilder in zeitlicher Reihenfolge.

  1. Unter dem Gerüstdach steht eine Person auf dem Gerüst, eine zweite davor am Boden; dort liegen Bretter und Trapezbleche.
    01Aufbau · Anfang August 2022Foto: ato
  2. Ein Holzsteg führt zwischen Gerüstrohren entlang, die Verkleidung ist erst teilweise angebracht.
    02Aufbau · Anfang August 2022Foto: ato
  3. Das Dach im Aufbau mit Platten, Blechen und Geländer, im Hintergrund Bäume und ein Fahnenmast.
    03Aufbau · August 2022Foto: ato
  4. Die Tribüne auf dem Dach, noch leer und ohne Kunstrasen, mit sandfarbenem Boden und grauem Himmel.
    04Aufbau der Tribüne · August 2022Foto: ato
  5. Die hohe Fassade mit dunklen Trapezblechen, davor eine Stehleiter und ein Gerüst.
    05Aufbau der Fassade · August 2022Foto: ato
  6. Blick in das Erdgeschoss im Rohbau mit Gerüstdach, Containern und Material auf dem Boden.
    06Aufbau · August 2022Foto: ato
  7. Eine Person steht auf dem Dach vor einer frisch gestrichenen weißen Wand, daneben ein Farbeimer.
    07Aufbau · August 2022Foto: ato
  8. Ein Mann mit Schirmmütze arbeitet konzentriert an einem Gerüstrohr.
    08Aufbau · August 2022Foto: ato

Fotos

Architektur

  • Der WERKstattPALAST bei Nacht: Das beleuchtete Erdgeschoss öffnet sich zum Vorplatz, darüber ein dunkelblauer Himmel.
  • Drohnenaufnahme in der Abenddämmerung: Das hell beleuchtete Gerüstgebäude steht zwischen Bäumen, daneben eine Straße.
  • Luftbild in der Dämmerung: Der beleuchtete Bau im Vordergrund, dahinter das Hafenbecken und die Industrieanlagen des Rheinhafens bis zum Horizont.
  • In der Abenddämmerung stehen zwei Personen vor einer beleuchteten Ausstellungswand, dahinter das Kraftwerk.
  • In der Abenddämmerung stehen Besuchende vor dem offenen, beleuchteten Eingang des dunklen Gerüstbaus.
  • Publikum sitzt nachts um ein Feuer vor dem beleuchteten Gerüstbau.
  • Luftaufnahme im Abendlicht: Der WERKstattPALAST zwischen Bäumen und Bahngleisen, dahinter das Hafenbecken des Karlsruher Rheinhafens.
  • Der Gerüstbau von vorn: Auf der Dachterrasse stehen viele Menschen, auf dem Platz davor sitzen Gäste an Tischen mit roten Stühlen.
  • Publikum sitzt auf den Stufen der Tribüne auf dem Dach, dahinter Fotowände und Pappeln.
  • Die leere lange Tafel mit roten Stühlen unter dem Gerüstdach, an den Gerüststangen hängen Materialien und Objekte.
  • Luftbild von oben auf die Dachterrasse des Gerüstbaus mit Tribüne, Treppen und Besuchenden, umgeben von Bäumen.
  • Totale der Gerüsthalle mit Publikum an Tischen während einer Gesprächsrunde.

Anforderungen des Orts

Die Fläche gehört zum Hafengelände der Rheinhäfen Karlsruhe. Verhandelt wurde über Gerüstkonstruktion, abendliche Bespielung, Gastronomie, Strom und Wasser. Vor Ort gab es Schilder für Rezeption, Toiletten, Dachzugang, Brandschutz („keine Zigaretten“) und Baumschutz („keine Fahrräder“), dazu eine Hausordnung für einen respektvollen Umgang. Erreichbar war der WERKstattPALAST mit der Tram 5 bis zur Endstation Rheinhafen und zwei Minuten zu Fuß.

Credits

Gestaltung
Emma-Lilo Keller (ato)
Grafik-Assistenz
Christine Vera Fischer, Justine Hartwig (KIT Innovation HUB)
Konzept und kuratorische Leitung
Norina Quinte
Szenografie
Jannik Lang, Sophie Lichtenberg, Norina Quinte
Gerüst
Building Partners Group, Berlin (Gerüstbau und Baulogistik)
Druck
Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki, Rheinstetten
Fotos
Sebastian Heck und weitere, jeweils am Bild genannt

Kontakt

Fragen zum WERKstattPALAST oder zu einem eigenen Vorhaben beantwortet supermorgen per E-Mail oder Telefon, meist innerhalb von zwei Tagen.