Archiv · 13.08.–15.10.2022 · Ein Projekt von supermorgenArchiv 2022 · supermorgen

Gespräch · · 1:04:15

„Die neue soziale Mitte (Karlsruhe)“

Mitschnitt · 1:04:14 · 12 Kapitel

Kapitel 1 von 12Norina Quinte stellt Jaro Eiermann vor

Jaro Eiermann

Sprecher:innen

  • Jaro Eiermann · sprichtArchitekt und Stadtplaner, standard.weltRedeanteil 70 %
  • Norina Quinte · sprichtModeration, atoRedeanteil 10 %
  • Stimme aus dem Publikum · sprichtRedeanteil 9 %

Kurzfassung

Jaro Eiermann (standard.welt, Gründungsmitglied von die Anstoß e. V.) stellt die „neue soziale Mitte“ vor, einen Entwurf von 2014, der die Karlsruher Nord-Süd-Achse vom Schlossplatz bis hinter den Hauptbahnhof als zusammenhängenden, nicht kommerziellen öffentlichen Raum denkt, und blickt acht Jahre später selbstkritisch darauf zurück. Norina Quinte (ato) moderiert; mit dem Publikum geht es um Wege in Verwaltung und Gemeinderat, Bündnisse der freien Szene und die Zukunft temporärer Orte wie des WERKstattPALAST.

Veranstaltung: Die neue soziale Mitte (Karlsruhe)

Transkript

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0:00Norina Quinte stellt Jaro Eiermann vor

Norina QuinteModeration, ato

Also wir freuen uns, dass Jaro Eiermann heute zu Gast ist mit einem Vortrag. Jaro kenne ich bereits seit, ich glaube, zwölf Jahren. Damals haben wir uns auch schon Gedanken um Karlsruhe gemacht und sind zusammengekommen mit anderen Akteuren und Akteurinnen natürlich und haben den Verein die Anstoß e.V. gegründet mit der Intention, wie könnte sich Karlsruhe entwickeln, sodass wir uns vorstellen können, auch nach dem Studium zu bleiben. Und dieser Austausch mit dir und auch mit einem weiteren Mitstreiter, der heute da ist, der hat mir damals auch sehr gut getan und Benedikt natürlich als Gründungsmitglied, der heute leider nicht da ist, sondern in Berlin ist wahrscheinlich, aber dieser Austausch mit euch aus der Architektur und Stadtplanung kommend hat mich damals auch einfach oder mir diesen Horizont eröffnet, wie man auch Städte denken kann und das nicht nur ein städtisches Leitbild, sondern vielleicht auch ein soziales, von Nöten ist für die Stadt Karlsruhe und freue mich, dass du das heute nochmal thematisierst und uns erklärst, wo vielleicht auch der Unterschied liegt zwischen städtischem und sozialem Leitbild.

1:12Karlsruhe braucht eine soziale Vision

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Ja, danke Norina, ich versuche es. Also zum ersten Mal muss ich sagen, der WERKstattPALAST ist natürlich schon so eine kleine Realisierung der Utopie, die wir damals hatten, nicht am gleichen Ort, aber das ist ja meistens so. Ja, also Karlsruhe braucht eine soziale Vision immer noch und zwar die neue soziale Mitte.

1:40

Kurz noch zu meiner Person, ich habe am KIT Architektur und ja, Stadt, Städte, Bau ist es eigentlich, der Studiengang, aber es hat sich doch sehr Richtung Stadtentwicklung, Urbanismus entwickelt, dann auch so. So im Zeitgeist, sage ich jetzt mal. Und bin Anstoßgründungsmitglied, habe die Architektur- und Stadtplanungsfraktionen vertreten und bin gerade dabei, eine Agentur aufzubauen für Stadtentwicklung und offene Innovations- und Transformationsprozesse.

2:21

Ja, die Branche ist anscheinend relativ jung. Was ist die neue soziale Mitte? Also die neue soziale Mitte ist eine Utopie für das Zentrum von Karlsruhe und zwar nicht das Zentrum, was man eben so kennt, die Fußgängerzone, sondern eigentlich die Nord-Süd-Achse vom Schlossplatz bis hinter den Hauptbahnhof.

2:47

Im Prinzip ist es das Ergebnis einer längeren Auseinandersetzung mit den damals aktuellen Themen in der Stadtentwicklung, vor allem kulturelle Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft, aber auch Subkultur, Freiräume.

3:06

Zusammen mit sehr subjektiven Erwartungen und Hoffnungen an Karlsruhe und unser eigenes Leben, würde ich jetzt mal so sagen. Es ist eine Utopie, aber auch eine ganz klare Botschaft, die auch auf jeden Fall zu realisieren ist, mehr oder weniger einfach. Und zwar die Stadt tatsächlich als Infrastruktur für soziale Innovation zu sehen. Also auch jetzt für eine kommende Zeit, in der vielleicht oder wahrscheinlich mehr Transformation vonnöten ist. Wir kennen die Gründe und wir brauchen einfach eine Anpassung unserer Demokratie, unseres Sozialstaates, unserer sozialen Marktwirtschaft. Und dafür brauchen wir einfach die Stadt als Raum, in der diskutiert, ausgehandelt, experimentiert, evaluiert werden kann.

4:06

Mit entsprechenden Freiräumen, die einfach frei sind von kommerziellen Aktivitäten.

4:14

Ja, muss ich nicht länger ausführen, denke ich. Ich gebe einen kurzen Überblick über den Vortrag. Also das war jetzt gerade die Einführung. Ich gebe einen kurzen Einblick in die Situation damals, 2014.

4:34

Dann unseren Ansatz, den wir quasi erst entwickelt hatten, um unsere Ideen und Analysen ein bisschen zu strukturieren, der dann zum Entwurf geführt hat. Dann den eigentlichen Entwurf. Und danach jetzt noch ein paar Reflexionen, ja, wie lange ist das jetzt her? Acht Jahre danach hat sich zumindest auf unserer Seite einiges entwickelt, in Karlsruhe auch ein bisschen auf jeden Fall. Aber ich denke, die Hauptaufgabe liegt noch vor uns.

5:102014: Ein Brief und die Gründung von die Anstoß

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Okay, was kommt danach? Also die Situation 2014. Im Prinzip waren wir mitten im Studium und haben auf einmal einen Kommilitonen von uns, Benedikt Stoll, also Christian Hennig sitzt da im Publikum, wir waren die drei Architekten. Der Benedikt Stoll hat irgendwie so einen Brief rumgeschickt und zwar mit dem Titel New York, London, Berlin oder doch in Karlsruhe bleiben.

5:41

Er hat damit meiner Meinung nach eigentlich ausgesprochen, dass viele in Karlsruhe wahrscheinlich sich denken, aber ins Handeln kommt man irgendwie nicht, weil man, ich hatte Karlsruhe immer so, so eine Empfindung in Karlsruhe beim Studieren, dass man da irgendwie auch als Student schon sehr international teilweise unterwegs ist. Und so eine gewisse Internationalität Karlsruhe auch hat, aber man weiß, dass die Stadt als Ganzes einfach viel zu uncool ist.

6:18

Das war so ein bisschen so eine, ja, das war einfach so das Gefühl. Und allein das auszusprechen, finde ich, hat schon einiges bewegt, um einfach so die Lethargie mal ein bisschen aufzubrechen und einfach auch zu sagen, man kann ja was dagegen tun und man kann ins Handeln kommen.

6:38

Stoll hat dann sehr viele Vertreter von Hochschulen gefunden, darunter auch die Norina.

6:46

Und wir saßen dann einige Wochen zusammen, haben uns überlegt, was wir denn tun könnten, haben irgendwie gemeint, dass wir genau wissen, warum es in Karlsruhe nicht so läuft. Wir sind dann teilweise auch an den ähnlichen Dingen einfach selbst gescheitert. Und wir haben dann auf jeden Fall gedacht, ja, wir machen jetzt einen freien Entwurf. Wir hatten auch einen Professor, der sehr offen war für neue Ideen. Der hatte gleichzeitig das offizielle räumliche Leitbild für die Stadt Karlsruhe moderiert. Das war so ein Workshop-Verfahren. Und wir haben es tatsächlich auch geschafft, da mit unserer neuen sozialen Mitte, so zumindest als kleiner Denkanstoß, mit in das offizielle räumliche Leitbild zu kommen.

7:38

Aber wie gesagt, damals war einfach klar, dass in Karlsruhe sich sehr viel tut. Die U-Strab war in Bau, das KIT wurde gerade frisch gegründet und man hat irgendwie gemerkt, dass die Uni internationaler wird, die Immobilienpreise nach oben gegangen. Es wurde auch immer von Wachstum, Wachstum, Wachstum geredet.

8:04

Die städtebaulichen Entwicklungsareale haben sich gefüllt. In einer Geschwindigkeit, die jetzt vor ein paar Jahren vorher noch nicht möglich erschien.

8:17

Gleichzeitig... Falscher Laptop.

8:20

Das ist jetzt zu klein.

8:24

Naja, auf jeden Fall, das ist die Ex-Steffi. Ich habe sie nie kennengelernt, aber das war sozusagen das autonome linke Kulturzentrum in Karlsruhe.

8:38

Und ich weiß, weiß jemand, wann es abgerissen wurde? Naja, auf jeden Fall hat uns das natürlich als bewegte Studenten mit gewissen Gemeinwohlorientierten Idealen bewegt, dass das abgerissen wurde. Und es war eben klar, dass es da gerade nichts Adäquates gibt. Wir haben da ein bisschen auf dem alten Schlachthof, was ich dazu noch sagen will, zum Thema Infrastruktur. Also ich denke, dass inzwischen sehr viele Menschen auch aus der Stadtverwaltung verstehen, was so dieses ganze Thema Freiräume, wie politisch motiviert sie jetzt auch immer sind, sehr wichtige Infrastrukturen sind für Stadtteilarbeit, Demokratiebildung und so weiter. Und wenn sowas fehlt, fehlt das halt auch.

9:38

Genau, gleichzeitig wurde der alte Schlachthof entwickelt, der Kreativpark. Daran haben wir uns eigentlich, glaube ich, so ein bisschen dran abgearbeitet.

9:48Richard Florida, Kreativpark und die fehlende Subkultur

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Ja, Richard Florida war damals so der neue Prophet der Stadtentwicklung, was wir auf jeden Fall spannend fanden, dass mal so eine Koryphäe in der Stadtentwicklung irgendwie auf einen Plan kommt, die jetzt nicht irgendwie sagt, was in den nächsten 20 Jahren alles Tolles gebaut werden muss, sondern als ein Phänomen beschreibt, was es halt einfach gibt und was nicht verstanden wurde. Und zwar, dass halt die Städte, wie es mal in den letzten 50 Jahren, also San Francisco war sein Top-Beispiel sozusagen. San Francisco ist sozusagen zum Silicon Valley geworden, weil es halt in den 70er Jahren da eine besondere liberale und tolerante Atmosphäre gab. Und den Zusammenhang hat er halt wie so ein Prophet auf der ganzen Welt verbreitet. Das aktuelle Beispiel wäre jetzt natürlich irgendwie Berlin.

10:43

Wobei da der Silicon Valley Aspekt noch ein bisschen fehlt, wobei die Geschichte muss sich jetzt ja auch nicht immer wiederholen. Wir müssten tatsächlich doch die Bilder ein bisschen größer bringen, größer machen. Sonst wird es, glaube ich, ich weiß es nicht.

11:07

Das ist in der DEA schon, das kannst du nicht... Ah, okay.

11:16

Ah, sehr gut.

11:19

Genau, und der Kreativpark hat sich natürlich genauso auf diese Kreativwirtschaftspolitik und kreative Klasse. Du musst, wenn du es wieder kleiner machen möchtest, Apfel, Minus, ne? Okay, alles klar. Apfel, Minus und Apfel, alles klar.

11:37

Ja, der Kreativpark als Schlachthof, der hat sich natürlich in seinen Strategien genauso auf dieses Richard-Florida-Dogma bezogen, wobei halt sehr viel weggelassen wurde. Also das ganze subkulturelle, der ganz subkulturelle Unterbau in der Stadt, über den ist die Stadt großzügig hinweggegangen. Und ja, das hat uns dann einfach dazu bewegt, selbst Dinge zu tun und die eben mit so einem Manifest zu untermauern.

12:18

Genau, wir haben einen Anstoß gegründet, wie gesagt, haben eine Zeit lang sehr viel im öffentlichen Raum gemacht, temporär. Angefangen mit Parking Day, Restaurant Day. Parking Day und haben dann aber tatsächlich einen Leerstand gefunden, haben es geschafft, für die Off-Szene, Subkultur, auch Kreativwirtschaft, natürlich ein Schaufenster in der Innenstadt zu finden. Das ist direkt unter der Brücke, wo die Pizza, Karls Pizza ist. So kann man es wahrscheinlich am besten beschreiben.

12:56

Ja, im Prinzip wollten wir in Theorie und Praxis oder wollen es immer noch klar machen, dass Subkultur und Kreativwirtschaft einfach wichtig sind für eine wirtschaftlich prosperierende Stadt. Obwohl ich jetzt zum jetzigen Zeitpunkt diese Narration, das alles irgendwie, oder damals haben wir uns irgendwie auch immer so genötigt gefühlt, das alles so wirtschaftspolitisch zu argumentieren. Heute sind die Zeichen da, glaube ich, ein bisschen anders.

13:36

Okay, habe ich alles gesagt, was ich sagen wollte? Genau diese neue soziale Mitte haben wir dann halt eigentlich so, weil wir gemerkt haben, dass es sehr schwierig ist, mit der Stadtverwaltung zu kommunizieren. Und wir haben immer gesagt, es gibt doch sozio-kulturelle Zentren, es gibt Museen, es gibt Diskotheken, es gibt Bars. Und es wurde dann irgendwie klar, dass wir da länger ausholen müssen, dass es vielleicht mehr so um das Wie anstatt das Was geht. Und ja, deswegen sind wir dann da in den Entwurf gegangen.

14:13Dritte Orte als Entwurfsansatz

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Okay, jetzt geht es wieder. Also wie gesagt, Entwurfsansatz hatten wir jetzt im Prinzip zwei Pole, aus denen wir das entwickelt haben. Das ist einmal das Thema, was macht einen guten Ort aus. Da gab es tatsächlich einen Sozialwissenschaftler aus Amerika, Ray Oldenburg, der das Buch veröffentlicht hat, The Great Good Place. Ist tatsächlich in Amerika noch ein bisschen größeres Problem als in Europa.

14:53

Und ja, so flapsig könnte man sagen, it's home away from home. Oder The Mood is Playful. Wir haben da jetzt eine Friseurstube abgebildet, wo klar ist, okay, es ist ein Nachbarschaftstreff. Die Leute sind kreativ, machen das aus sich selbst, die neue Frisur. Und ja, Friseure zählen nicht zur kreativen Klasse von Richard Florida. Deswegen haben wir es natürlich genommen. Und wir haben sein Konzept dann eben abgewandelt für die kreative Szene, für die freie Szene. Weil irgendwie klar war, okay, alle die Orte, die wir vermisst haben, waren eben dritte Orte. Das war eigentlich sein Konzept, die dritten Orte.

15:46

Der erste Ort ist der Wohnort, der zweite Ort ist die Arbeit und der dritte Ort ist eben dieser Ort in der Stadt, wo man sich irgendwie in der Gesellschaft hat aufgehoben, gefühlt. Und was sind eben diese Orte jetzt für die Kreativen, die eben die Stadt in der Stadt halten will? Das war halt der Ansatz. Das kann man jetzt auch nicht, da kann man jetzt auch kein Rezeptbuch draus machen, aber man merkt halt, wenn es fehlt. Und wir haben jetzt mal so Kriterien. Die Kriterien sind im Prinzip von Ray Oldenburg, die haben wir nochmal ein bisschen abgewandelt.

16:21

Kommunikativ, multifunktional, spontan, informell, nicht kommerziell, integrativ, persönlich, produktiv, kreativ. Lasse ich jetzt einfach mal so stehen.

16:34

Wir haben dann tatsächlich sehr viele Orte in der Innenstadt in Karlsruhe anhand dieser Kriterien untersucht und haben halt gemerkt, dass die größten Probleme tatsächlich im Zentrum sind. Also dass die Orte im Zentrum eben diese Kriterien nicht wirklich, also in keinster Weise erfüllen, sodass es wirklich ein kreativer, öffentlicher Ort wird oder ist.

17:03Urbane Netze, Inseln und Sperrzonen

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Der Ansatz war eher klassischer städtebaulicher Art. Wir haben versucht, mit einem relativ einfachen Mittel Urbanität irgendwie zu fassen im Zentrum. Und ja, das hat sich eigentlich so nach ein paar Stadtspaziergängen von selbst ergeben. Es gibt urbane Netze, urbane Inseln und urbane Sperrzonen. Und zwar die urbanen Netze.

17:39

Ludwigsplatz ist, denke ich, ein ganz gutes Beispiel dafür.

17:45

Wobei man da jetzt sagen muss, da waren wir jetzt qualitativ weniger anspruchsvoll. Da ging es tatsächlich einfach darum, liegt Urbanität in Form von Erdgeschossnutzung, einem kontinuierlichen Gewebe von Plätzen, Straßen, Grünanlagen vor. Und ist das eben fußläufig durchwegbar und macht es Spaß, sich darin aufzuhalten oder eben auch zu konsumieren. Also meistens sind es ja tatsächlich durchgestaltete Konsum- und Freizeitnutzung, die es da gibt. Aber es sind eben die bevorzugten Aufenthaltsorte. Dann die urbanen Inseln, das waren jetzt auf dieser Nord-Süd-Achse. Ich muss jetzt nochmal ganz kurz fragen, wer ist denn nicht aus Karlsruhe?

18:41

Okay, also dann kann ich auch davon ausgehen, dass es das bei allen irgendwie Klick macht, wenn ich jetzt die Orte bin. Also die urbanen Inseln, die haben wir, ja, meistens sind es einfach isolierte Plätze, sehr repräsentativ.

19:00

Trotzdem eine sehr geringe Multifunktionalität, haben aber ein sehr großes Potenzial in unseren Augen. Und es fängt im Prinzip schon an, dein Schlossplatz, der, ja, man kennt, es gibt, glaube ich, ein Restaurant, das Multikulti. Und dann gibt es halt da diesen Tunnel, wo auch irgendwie dann erdgeschossmäßig halt gar nichts geht. Und das Schloss an sich ist halt Museum. Also in Darmstadt gibt es eine Diskothek im Schlosskeller, also die Diskothek heißt Schlosskeller. Und natürlich war es für uns total reizvoll, auch dann diese altehrwürdigen Plätze und Bauten, wo man einfach denkt, ja, dieses Schloss war schon immer ein Schloss und wird immer ein Schloss bleiben. Aber im Prinzip ist es einfach nur ein Haus mit einer Nutzung, weil es halt irgendeine schöne Fassade hat.

19:57

Und im Keller könnte auch in Karlsruhe ein Club sein. Warum nicht? Genau, also die urbanen Inseln sind, das ist der Schlossplatz, das Ettlinger Tor und der Festplatz. Dann und der Hauptbahnhof, obwohl der da jetzt also urban ist, also der Platz vom Hauptbahnhof. Dann haben wir die urbanen Sperrzonen. Die urbanen Sperrzonen sind im Prinzip abgeregelte Gebiete. Löcher im urbanen Gefüge und verlangen eigentlich, wenn man sie tatsächlich urban machen will, verlangen nach einer mutigen Transformation.

20:47

Also das prägnanteste Beispiel ist, denke ich, was auch jeder nachvollziehen kann, ist einfach das Bundesverfassungsgericht am Schlossplatz. Die Stadt ist natürlich stolz darauf, das Bundesverfassungsgericht da vor Ort zu haben. Aber man muss sich natürlich schon mal fragen, als Stadtgesellschaft, was bringt es denn der Stadt, dass das Bundesverfassungsgericht da ist? Nur mal so als provokative Frage. Es könnte auch irgendwo anders, zumindest irgendwo anders in Karlsruhe sein, wahrscheinlich.

21:18

Oder eben der Stadtgarten, der halt Eintritt kostet und im Prinzip den Hauptbahnhof, die Südweststadt, die Südstadt und die Innenstadt von dann der Trend, also jeder der, also die Bahnhofstraße ist die wahrscheinlich langweiligste Bahnhofstraße der Welt. Die Karlstraße ist die eigentliche Bahnhofstraße, ist halt ein großer Umweg. Die Ettlinger Straße, ja, hat irgendwann so im Nichts auch gefüllt und der Zoo ist halt einfach eine urbane Sperrzone.

22:00

Im Prinzip endet unser Fazit damit, dass die Nord-Süd-Achse, eigentlich ist es alles sehr offensichtlich. Es hat uns eigentlich auch fast schon schockiert, wie krass es eigentlich ist, wie offenkundig das Potenzial ist und wie anti-urban diese Nord-Süd-Achse ist. Und das ist einfach kein Thema in der Stadtentwicklungsbeutelung. Das ist eigentlich krass. Dementsprechend wohlwollend hat es dann auch der Professor damit integriert. Aber seitdem ist auch nicht mehr viel passiert.

22:37

Also wir haben die Nord-Süd-Achse, sie ist ungeplant, undurchdringlich und untergenutzt und muss dementsprechend eben transformiert werden.

22:51

Eine Sache vielleicht noch, die Nord-Süd-Achse ist natürlich auch historisch betrachtet eine sehr wichtige Sache, weil Karlsruhe, obwohl es sich immer so in Ost-West-Richtung gewachsen ist, hat man eigentlich so dieses stadtplanerische Leitbild, hat man eigentlich so vom Norden nach Süden entwickelt. Also angefangen mit dem Fächer, dann mit dem Marktplatz, dann der Rondellplatz, das ist ja eine recht durchgestaltete städtebauliche Figur, am Ettlinger Tor hört sie eben auf, man hat am Ettlinger Tor auch jetzt immer versucht, egal was man am Ettlinger Tor plant, jetzt schon wieder, wie gesagt, das Landratsamt, man stößt eben immer wieder auf diese Geschichte, dass man da jetzt diese Via Triumphalis weiterbauen muss.

23:44

Tut mir jetzt leid, dass ich da nichts, aber ich glaube, wenn jetzt alle aus Karlsruhe sind, ich glaube, worum es geht und endet dann eigentlich so klassische Blickachse auf diesem Vogelsberg, dieser Schuttberg im Stadtgarten.

24:01Der Entwurf vom Schlossplatz bis hinter den Hauptbahnhof

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Ja, und jetzt zum Entwurf, unser Ziel war eben, aus dieser Nord-Süd-Achse einen zusammenhängenden, kontinuierlichen, öffentlichen Raum zu machen, der zu Fuß durchwegbar ist, tatsächlich vom Schlossplatz bis hinter den Hauptbahnhof als großer, kreativer, öffentlicher Ort. Das ist, denke ich, das Utopischste bei der ganzen Sache.

24:35

Aber ja, es ist immer noch möglich. Es wurde noch, es wurden keine, außer dass die 1&1-Zentrale da gebaut wurde, ist im Prinzip noch möglich.

24:52

Genau, wir haben die Umprogrammierung relativ, ja, das war jetzt wieder sehr top-down, aber es sind auch tatsächlich, denke ich, nur Platzhalter. Es wäre wahrscheinlich schön gewesen, da tatsächlich mit der Stadtgesellschaft sich so innovative Nutzungen zu überlegen. Aber das kann man ja dann noch machen, vielleicht.

25:14

Ich fange mal, also genau, wir haben das gefüllt mit so Nutzungen, die wir halt irgendwie in Karlsruhe vermisst haben.

25:24

Oder die einfach so frisch irgendwie, ja, in so diesen Governmental-Innovation-Szenen da irgendwie rumgeschwirt sind, wo es auch noch kein wirkliches Beispiel gab. Man muss auch tatsächlich sagen, es tut sich im Bereich so soziale Innovationen, auch gerade so mit Smart City und solchen Sachen, da ist Deutschland extrem weit hintendran, vor allem in Südeuropa, Osteuropa, auch England gibt es so, die haben den Begriff Civic Ecosystems eingeführt, wäre vielleicht auch eine spannende Frage, so infrastrukturell auch jetzt vielleicht mal so im Nachgang vom letzten Vortrag, müssen sich solche Konstellationen immer erst dann entwickeln, wenn das Projekt schon läuft und das Geld ausgegeben wird und man versucht bei solchen Civic Ecosystems halt jetzt unabhängig von einem Projekt die Akteure irgendwie zusammen zu bringen, um an der Stadt halt gemeinsam zu arbeiten und das, was sicherlich so ein bisschen die Inspiration für das, was wir dann im Schloss machen wollten, im Schloss ist ja momentan das Badische Landesmuseum, das haben wir in das ehemalige Bundesverfassungsgericht gepackt, sodass da so eine Museumsquartier entsteht und das Bundesverfassungsgericht hat einfach gesagt, das muss raus, das ist jetzt auch nicht so wichtig für den Entwurf, wo das landet, aber ja, also das Schloss als historisches Zentrum der Stadt soll eben so eine Art Haus der Stadt, Bürgerschloss, Räume, um gemeinsam irgendwie zu planen und neue Ideen für die Stadt und Gesellschaft zu entwickeln mit so einem kleinen Forum vorne dran als Speakers’ Corner.

27:23

Ja, ich denke, das illustriert wahrscheinlich die Entwurfsidee auch schon so am besten. Also wir haben tatsächlich nichts abgerissen, nichts neu gebaut, sondern nur umgenutzt und Stadtmobiliar vorgeschlagen aufzustellen. Dann haben wir hier die Flanke vom KIT. Da fängt quasi der Campus an. Das ist so ein Institut. So, ihr seht es nicht, wenn ich mit der Maus da drauf rum... Also haben wir eigentlich so einen Zeigestock, Zollstock. Ja, das wird wahrscheinlich schon ganz gut. Genau, also das ist jetzt hier die Flanke vom KIT. In die Richtung fängt dann das KIT an.

28:12

Das ist auch eine urbane Sperrzone natürlich als Ganzes. Und die wollten wir durch so ein Lernzentrum West einfach besser an die Stadt anschließen. Lern- und Projekträume, Cafeteria, wo dann halt auch nicht nur Studenten rein können. Dann rund hier um den Zirkel quasi. Ja, da sind wir eigentlich relativ konventionell geblieben. Geschäfte, Gastronomie, Cafés kann natürlich auch alles gern nicht kommerziell und genossenschaftlich organisiert sein, aber ja, da sind wir jetzt nicht weiter drauf angegangen. Also die Erdgeschosszone müsste sich da einfach besser öffnen und die vier Höfe hier, die vier Blöcke, da ist glaube ich das Finanzamt, das jetzt auch leer steht, weil da ist nirgends ein anderes Amt natürlich drin in Karlsruhe und die LBBW und die zwei Blöcke hier.

29:11

Der eine wurde gerade neu bebaut, glaube ich, aber da war unsere Idee, dass man da so vier Passagenhöfe hat, um den Schlossplatz halt so ein bisschen flächig an den Marktplatz anzubinden. Okay, dann, das ist, denke ich, so das Herzstück, Ettlinger Tor und Festhalle beziehungsweise alte Messe. Das Ettlinger Tor, das sind das Landratsamt links, dieser, was dann das ECE-Center und das Postcheckamt.

29:55

Das Postcheckamt wollten wir damals umnutzen, so als kreatives Zentrum, das Dach bespielen. Beim ECE-Center, gut, da kann man nicht viel mehr machen, als dass man da die Erdgeschosszone Richtung Kriegsstraße irgendwie öffnet. Und das Landratsamt hätte auch so eine Art, ja, das gleiche eigentlich wie das Schloss werden sollen, halt nur für die Region, Technologieregion oder Landkreis eben. Dann haben wir noch so einen Torbau über das Ettlinger Tor, um auch das Ganze ein bisschen baulich zu markieren.

30:32

Theater soll sich ein bisschen öffnen, auch der Volkswohnungsverwaltung soll sich ein bisschen mehr nach außen öffnen. Also ich denke, das sind so klassische Maßnahmen und da jetzt aus den drei Messehallen, da war unsere Idee so einen neuen, so einen Typ von neuer Universität zu machen. Der eine oder andere kennt vielleicht so diese neuen Kongress- und Messeformate, so Picknick Amsterdam zum Beispiel, da gibt es aber jetzt glaube ich nicht mehr, oder Republika in Berlin. Wir dachten eigentlich, das würde Karlsruhe ganz gut zu Gesicht stehen, so eine, ja, genau das habe ich eigentlich vergessen am Anfang zu sagen.

31:17

Das Wichtige für uns war eigentlich auch, dass die freie Szene sich tatsächlich mit Kultur, Politik und Wissenschaft, so mit den Institutionen langfristig verbrüdert, dass es so eine kreative Öffentlichkeit gibt, die einfach jetzt, ja, das tut, was jetzt einfach zu tun ist. Ich kann es ja nicht mehr anders ausdrücken. Und diese drei Messehallen waren für uns eben so eine Möglichkeit, da eigentlich alle Akteure zusammenzubringen und dann wirklich so eine Infrastruktur, Kongress, Arbeitsräume, Workshops, Ausstellungen, gerne auch Start-ups, Kultur und so weiter, Markthalle, lokale Ökonomien, um da so ein bisschen das Thema Stadtentwicklung, Reallabor, da einen festen Platz zu geben und halt auch dann diese Mitte zu markieren.

32:17

Ja, genau, vielleicht nochmal an der Stelle Dank an Christian, der damals die Collagen gemacht hat, sitzt da im Publikum.

32:29

Ja, einfach mal, wie man sich den Festplatz auch anders vorstellen könnte, Work-Life-Balance, ja, letztendlich geht es da ja darum wahrscheinlich, ein Geodong auf dem Post-Check-Amt, wo dann auch wieder alles Mögliche stattfinden kann.

32:50

Dann der Stadtgarten, das ist, denke ich, tatsächlich so das, ja, augenscheinigste Potenzial bei der ganzen Nummer.

32:59

Südstadt und Südweststadt sind sehr unterschiedliche Stadtteile und stehen doch irgendwie auch für so eine Segregation, die eben in solchen Großstädten immer stattfindet. Und klar, jetzt einfach den Stadtgarten zu öffnen, wäre ein spannendes, radikales Experiment. Aber im Prinzip geht es genau darum, den Park als Alltagsraum für seine Bewohner auch nutzen zu können. Den Zoo haben wir verlegt.

33:35

Ein oder andere Stimme im Duos-Team bat dafür, dass es gar kein Zoo mehr gibt aus Tierschutzgründen. Dann haben wir gesagt, okay, es interessiert uns auch nicht, wo der Zoo hinkommt.

33:46

Auf jeden Fall ist es spannend, dann diese alten Zoogebäude nachzunutzen natürlich für Urban Gardening-Paradies mit Kultur und Handwerk und Kino im alten Eisbärgehege.

34:06

Ist ja dann wahrscheinlich ganz spannend in Zukunft, so eine Eisschorle auf Plastik. Ja, der Bahnhofsplatz Süd, von dem müssen wir da, da steht noch Stadtgarten, müsste Hauptbahnhof Süd stehen, davon müssen wir uns tatsächlich verabschieden.

34:22

Wir hatten damals, es gab noch die Kulturoase und die Gemäuer, das Fundament von der Ex-Steffi hat man auch gesehen, hätte man wieder was ähnliches draufbauen können, warum nicht.

34:38

Wir haben tatsächlich, ja, damals war nicht absehbar, dass dann innerhalb von zwei, drei Jahren das ganze Areal da bebaut wird oder verkauft und danach bebaut. Damals gab es einfach noch keinen Investor und wir wollten da schon so eine Hybrid aus tatsächlich einer sehr wilden Nutzung, also wirkliches Chaos, um wirklich auch mal zu gucken, wie weit kann man mit Informalität und Unreglementiertheit gehen, aber natürlich auch trotzdem vielleicht einen Stadteingang herzustellen und die Mobilitätsaspekte, die da halt im Bahnhofsplatz Süd gebraucht werden, trotzdem noch irgendwie hinzubekommen.

35:28

Also der Wilde Süden, da hatten wir das getauft.

35:33

Ja, eine andere Welt ist pflanzbar. Ich denke, das ist wahrscheinlich auch nochmal so das, was man jetzt auf jeden Fall sagen muss, worauf mich jetzt nochmal gerade jemand hingewiesen hat bei der letzten, bei der Generalprobe. Also wenn man das jetzt tatsächlich so machen würde, würde es ja nicht so gut sein. Also ich glaube, das ist wahrscheinlich genau der Punkt, warum es halt genau diesen Wert als Utopie hat. Weil es einfach ein Tool sein soll, um die Stadtgesellschaft oder selbst auch dann nur innerhalb unseres Vereins ein bisschen die Köpfe zu lockern. Also einfach, dass Freiräume überall irgendwie da sind. Ja, also wie gesagt, der Keller vom Schloss steht angeblich leer und die Messehalle stehen leer.

36:30

Genau, wie gesagt, jetzt ist da, was man da jetzt eben, das Gebäude, was man da sieht, da ist jetzt die Kantine von 1&1 drin.

36:41

Schick, sagen wir jetzt natürlich.

36:44Acht Jahre danach: Reflexionen und Selbstkritik

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Ja, ich habe jetzt noch ein paar Reflexionen.

36:50

Einfach so acht Jahre hinterher, was zählt jetzt oder wie könnte man es anders irgendwie umsetzen? Ja, also der erste Punkt ist, die räumliche Praxis der freien Szene im Zentrum ermöglichen. Also ich habe jetzt bewusst auch nicht Zwischennutzung gesagt, weil ich glaube, niemand mehr hat Lust auf Zwischennutzung. Es gab tatsächlich jetzt auch gerade so eine Strategie von, wie heißt das nochmal, Initiative Kulturwirtschaft, glaube ich, vom Bund. Und in der nationalen Stadtentwicklungspolitik, die haben jetzt so ein Förderprogramm, ein tolles Symposium gemacht, wo es einfach darum ging, die Innenstädte jetzt neu zu bespielen, nach Corona vor allem, wurde es eben ganz dringlich.

37:44

Und da war schon auch der Tenor aus vielen Städten, dass die kulturellen Akteure einfach am Start sind. Aber man braucht halt einfach eine Infrastruktur, um diese langfristige Zusammenarbeit einfach zu ermöglichen. Ich glaube, Erfahrung gibt es wahrscheinlich jetzt in jeder mittelgroßen Stadt jetzt genug. Und ja, jetzt ist wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt, um da nochmal neu zu starten.

38:17

Städtebaulich, die Nord-Süd-Achse als mögliches räumliches Kontinuum greifen. Also unabhängig mal von jeder Nutzung oder egal welcher Nutzung. Es ist einfach ein wahnsinnig spannender Raum. Also macht mal euren nächsten Spaziergang da und vergesst euer normales Unwohlgefühl und stellt euch vor, wie cool es da sein könnte.

38:44

Genau, jetzt kommen ein paar selbstkritische Sachen.

38:48

Freie Szene auf Augenhöhe mit Institution. Das ist, denke ich, tatsächlich war das so ein Punkt, den ich bei dieser Sache da hinterm Hauptbahnhof so ein bisschen miterlebt hatte. Da haben sich so die jungen Wilden aus der Kunstakademie mit den alten Wilden verkraft, während die alten Wilden wollten das irgendwie für sich retten, die neuen Wilden wollten es besetzen und die Stadtverwaltung musste halt einfach nur zuschauen, wie deren Energie im Prinzip beim sich gegenseitig bekämpfen verpulvert. Das war jetzt so das Extrembeispiel, aber ich habe schon immer das Gefühl, die freie Szene muss sich tatsächlich auch zusammenschließen, um langfristig in der Stadt irgendwie was sagen zu können.

39:39

Es gibt zukünftig wahrscheinlich echt viele spannende, brachfallende Areale, die Ölraffinerie, die Kohlekraftwerke. Also ich denke jetzt wirklich mal langfristig in die Zukunft, im Gegensatz zu den normalen Perioden, in denen man so einen Leerstand eben sucht und bespielt.

40:03

Die Stadtverwaltung erkennt den Wert von Informalität?

40:08

Ja, also in den Städten ist es, in der Stadtverwaltung ist es tatsächlich ein Riesenproblem. Auf Bundesebene gibt es sehr viele Strategiepapiere, die den Wert davon erkennen wollen, aber es ist wohl tatsächlich noch ein weiter Weg dahin.

40:32

Das ist mir noch ein sehr wichtiger Punkt.

40:36

Ich meine, man hat da jetzt so schöne Bilder von lustigen Kreativen und Künstlern, die viel Spaß haben und die Stadt schön machen.

40:46

Selbst Richard Florida hat jetzt sein letztes Werk war irgendwie so von wegen, ja, es tut ihm leid.

40:55

Er war im Prinzip so jetzt der Haupttreiber dieser Renaissance der Stadt weltweit, aber er hat halt auch dafür gesorgt, dass es eine krasse Gentrifizierung gibt in allen Städten.

41:10

Sicherlich nicht so krass, dass er jetzt der Schuldige ist, aber er hat da schon sehr viel Anteil daran und man braucht einfach, um jetzt sowas umzusetzen, wie wir da vorgeschlagen haben, man braucht einfach eine sozioökonomische Strategie für die ganze Stadtbevölkerung, um einfach da Instrumentalisierung und Gentrifizierung irgendwie zumindest, um es zumindest zu versuchen, da entgegenzuwirken.

41:42

Und jetzt noch kreative öffentliche Orte auf anderen Arealen. Ich denke mal, hier fängt es schon an. Rheinhafen, Rotak-Areal, Innenstadt-Ost. Das wäre jetzt tatsächlich so Sachen, wo man, es wird natürlich wieder nur darüber diskutiert, was kommt da hin und wie gesagt, das Spannende für die kreativen öffentlichen Orte ist einfach nicht das Was, sondern das Wie und da muss man wahrscheinlich einfach nochmal ran oder solange es noch nicht zu spät ist.

42:15

Okay, das war es jetzt im Prinzip. Danke für die Aufmerksamkeit. Am Schluss jetzt noch drei Eindrücke davon, wie es jetzt da gerade aussieht.

42:26

Es ist nämlich wirklich, ja, eigentlich ganz beeindruckend, in welchen Sphären man so in Karlsruhe mal unterwegs ist oder in welchen Orten man in Karlsruhe so unterwegs ist, in welchen Orten man einfach nur so schnell durchschreitet. Ja, hier ist der Schlossplatz mit Bundesverfassungsgericht und dem WIWI-Gebäude da. Also ja, ich finde es immer schön irgendwie anzugucken, weil ich mir dann vorstellen kann, dass es da auch echt toll sein könnte, ohne etwas abzureißen, wie gesagt.

43:03

Hier jetzt der Hauptbahnhof, Bereich hinter dem Hauptbahnhof, 1&1-Hauptquartier steht jetzt schon und ich finde es einfach total krass. Jeder wird wahrscheinlich denken, wie schön es ist da, aus dem Bahnhof zu kommen, dann durch den Stadtgarten. In die Innenstadt zu laufen, aber es geht halt einfach nicht. Oder ja, es geht natürlich schon, wenn man einen Eintritt bezahlt, aber wer macht das dann schon?

43:29

Und hier noch diese drei sehr untergenutzten Messerhallen.

43:38

Ja, schöner, spannender Raum irgendwie so zwischen Festplatz und Stadtgarten. Ja, gucken wir mal, was noch passiert auf der Nord-Süd-Achse. Wer sich den ganzen Entwurf angucken will, ich lasse das jetzt mal noch so da hängen. Also das sind auf jeden Fall alle zehn, was war es, DIN A1-Poster, die wir damals beim Entwurf gemacht haben, zu finden.

44:08

Es war jetzt auch wirklich nur ein sehr kleiner Bruchteil, den ich vorgestellt habe, aber ja, okay, danke fürs Zuhören.

44:16Fragen aus dem Publikum zu Verwaltung und Gemeinderat

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

Gibt es Fragen?

Stimme aus dem Publikum

44:39

Brauchst du ein Mikro?

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

44:41

Gibt es Fragen?

Stimme aus dem Publikum

44:44

Oder Hinweise? Wie geht es konkret weiter? Das ist ja jetzt von der Rutschau geschrieben mit Veränderungen. Genau, dieser Ort ist ja praktisch auch, sag ich mal, ein Punkt, wie es weitergehen kann. Und ich denke, von da aus muss es ja jetzt auch konkret den nächsten Punkt geben. Sonst zerläuft es ja nicht.

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

45:09

Da habe ich mir auch schon ein paar Gedanken gemacht. Ich habe allerdings dann entschieden, erst mal keinen Aufruf zu starten, von wegen, wir müssen das jetzt umsetzen oder irgendwo anders machen.

45:25

Allerdings glaube ich schon, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um das nochmal zu thematisieren in der Stadtverwaltung. Auch als Utopie, aber natürlich auch mit dem Hinweis, okay, wo kann man das jetzt an jedem anderen beliebigen, oder nicht jedem beliebigen, aber an anderen Orten in Karlsruhe machen. Aber es gibt jetzt noch keinen Plan, wie es damit weitergeht. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand da, ob mit mir, ob mit uns oder im Alleingang da tätig wird. Also gerne nach der Runde zu mir kommen, dann können wir uns gerne austauschen. Und am Samstag, genau.

46:14

Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie man an die Stadtverwaltung so Projekte herantragen kann. Also wir hatten tatsächlich das Glück, dass wir halt einerseits über unseren Professor, dann Draht hatten, aber auch immer eine ziemlich nüchterne Rückmeldung.

46:42

Und natürlich über Anstoß hat sich da, sage ich jetzt mal, so ein bisschen was zusammengebraut oder gefestigt oder ich weiß gar nicht, wie ich es nennen soll. Weil ich meine, es ist ja auch auf jeden Fall was entstanden, wie viel der Entwurf dazu beigetragen hat, weiß ich jetzt nicht. Es ist wahrscheinlich jetzt auch gar nicht so das Entscheidende, sondern einfach die Arbeit, die man dann in Einzelgesprächen immer machen muss, darauf hinzuweisen. Das, was er auf dem alten Schlachthof macht, das ist ja einerseits zwar wichtig für die Stadt, aber ihr könnt nicht diese ganze Kulturpolitik oder Kultur- und Kreativwirtschaftspolitik jetzt mit diesem alten Schlachthof erschlagen. Das sind einfach solche Gespräche, wo unglaublich mühsam sind.

47:35

Ich denke schon, dass da bis zu einem gewissen Punkt auch was erreicht wurde bei einzelnen Akteuren, aber wahrscheinlich wieder nur. Aber ich meine, es gab dann auch so ein neues räumliches kulturelles Leitbild, wo wir wahrscheinlich, Stichwort Räume, alles unterschreiben würden. Aber wie es halt immer so ist mit den Strategiepapieren, also wenn wirklich was bewegt werden soll, muss man über den Gemeinderat gehen. Weil der Gemeinderat entscheidet am Ende, für was die Stadt Geld ausgibt. Und der Gemeinderat will auch wiedergewählt werden, wenn genug Leute in der Stadt was haben wollen oder was entwickeln wollen.

48:16

Und da auch, wie das im Einzelnen dann konkret aussieht, sind wir dahingestellt. Aber der Weg ist tatsächlich bei solchen großen Projekten über den Gemeinderat natürlich.

Norina QuinteModeration, ato

48:29

Da muss ich nur widersprechen, zumindest wenn wir in Bezug auf den Rheinhafen oder so uns austauschen. Weil meine Erfahrung war tatsächlich eher und auch damals mit Anstoß, dass wir schon darüber hinaus gefordert haben. Weil es hieß ja schon auch, Mensch, Sie haben die frischen, jungen Ideen, wir holen sie dazu. Und am Ende war eins und eins schon verkauft, als wir da noch mitgesprochen haben oder so. Also ich sehe eigentlich eher unsere Verantwortung darin, dass wir Ämter zur Verantwortung aufrufen müssten. Also da ist es meiner Meinung nach noch viel zu wenig passiert, dass man sich als Amt mitverantwortlich fühlt für einen sozialen Raum, der geschaffen wird. Und darüber hinaus müsste man eigentlich gehen. Also hätten wir uns jetzt nur auf, oder hier, wo wir stehen, Gemeinderat verlassen oder städtische Ämter oder so, die haben alle eher gesagt, wie haben sie das denn jetzt geschafft?

49:23

Das gab es historisch gar nicht. Also hätte ich da bei Amt 1 aufgelegt, ernüchtert und eben hätten wir alle nicht diese Monate gehabt, wo wir halt sagen, wir müssen es doch irgendwie trotzdem hinkriegen. Also es ist auch ein Luxus, dass man da so dranbleiben kann. Aber mein Gefühl war eben eher, wie du sagst, jetzt ist eine gute Zeit. Es gibt das Rotak-Areal, daraus soll Schlachthof 2 folgen, als Prestige Grünwinkel. Das muss man thematisieren, das muss man rechtzeitig erfragen, wie diese Orga da läuft, wer das macht, wer hat das in der Hand und so weiter. Also ich glaube, jetzt ist einfach wichtig, Thema Interessensverbände, da wieder lauter zu werden und nicht jetzt aufzugeben. Und danach gibt es hier im Hafen ZKM-Pavillon und im Rotak-Areal ein Kreativ-City-Park. Ich glaube, dagegen mit den Ämtern müsste man aktiv werden. Aber das besprechen wir wahrscheinlich auch Samstag nochmal. Ja, danke Norina.

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

50:20

Ich glaube, man muss ein bisschen unterscheiden in die strukturelle Arbeit. Die muss man natürlich mit den Ämtern machen, weil da es dann eine Zusammenarbeit auch auf Augenhöhe gibt oder auch nicht. Aber tatsächlich, um große Summen loszumachen, beim Rotak-Areal ist ja auch so, dass es erst durch den Gemeinderat gegangen ist, weil auch bestimmte Verbände darauf aufmerksam gemacht haben, dass Proberäume fehlen, Atelierräume fehlen. Und klar, jetzt hängt es halt wiederum an der Stadtverwaltung, den Prozess halt zu managen. Und ja, da hört man jetzt halt relativ wenig wieder. Ich habe mich da jetzt auch nicht in die Tiefe eingearbeitet, aber das, was ich jetzt im Zeitungsbericht gelesen habe, hat mich jetzt wieder sehr ernüchtert. Also Zwischennutzungen sind wohl nicht vorgesehen.

51:15

Ja, muss erstmal alles Brandschutz saniert werden.

51:21

Aber immerhin soll sehr viel mit Selbstausbau probiert, experimentiert werden. Aber an der Stelle muss ich auch wirklich sagen, die freie Szene, glaube ich, kann sich trotzdem, die könnte sich auch den alten Schlachthof nochmal zurückerobern. Aber da ist ein riesiger Vorbehalt irgendwie, oft habe ich das Gefühl. Ich meine, die Fleischmarkthalle wurde jetzt saniert und ja, sie sieht jetzt ein bisschen zu schick aus, aber dann lass da halt mal ein paar Technopartys sein, dann ist es vielleicht nicht mehr ganz so schick. Also es braucht halt alles seine, also ich glaube, es gibt immer einen Weg, also gerade so in der Stadtentwicklung kann man recht wenig voraussehen.

52:11Warum die freie Szene ihr Wissen weitergeben muss

Stimme aus dem Publikum

Ich glaube, ein wichtiger Punkt, also zum Thema Freienitiativen, die sich zusammenfließen, das ist enorm wichtig, dass man genau dieses Wissen, alles, was du schon so fehlst, mit anderen Körnern erarbeitet hast, zu teilen. Also dass genau das hier zum Beispiel auch andere Leute nachkommen und die genau die gleichen Emotionen verspüren, wenn man das an die herangetragen wird, weil ich erlebe, und so ging es ja zum Beispiel mit dem Diplom, da ging es um Klima und Flugkultur. Ich glaube in Kassel, dass sehr viele dieses Grün haben, aber eine große Machtlosigkeit auch verspüren und es ist extrem gut zu hören, dass sich andere im Vorfeld schon so viel damit auseinandergesetzt haben und deshalb muss das weitergegeben werden, weil diese jungen Leute nachkommen, wissen gar nicht, wo anfangen, beim Gemeinderat, was sind die Ansprechpersonen, wir wissen alles über E-Mail-Adressen,

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

53:07

die man hat und Kontakte und deshalb müssen wir uns da die Fackel weiterreißen. Ja, es ist eigentlich genau die fehlende Infrastruktur, die du ansprichst, also nicht im Sinne von, dass da die Stadt jetzt irgendwas macht, wo sich die Leute irgendwie ihre Erfahrungen mit der Stadtverwaltung einreichen können, sondern wir müssen auch irgendwie unsere Infrastruktur schaffen, um nicht immer nur von Projekt zu Projekt irgendwie zu springen und halt.

Stimme aus dem Publikum

53:40

Also ich kenne es zum Beispiel aus München, eine Zwergpreisszene hat sich halt etabliert vor fünf Jahren und hat halt jetzt auch so sehr viel Saying in der Politik, wurde auch immer konsultiert vom Kulturamt, aber das ist eben das wahr, was halt gesagt wurde, es ist wichtig, dass sich alle zusammenschließen, und das ist das hier im Standing, auch bei der Politik. Gibt es da schon Gespräche? Weil das wäre ja auch was wie so ein Forum, dass man beispielsweise so etwas anzusehen kann, dass es einen Vorstand geben kann, um bürokratische Dinge sich zu regeln. Ich glaube, so kompliziert wäre es nicht, das anzusehen kann.

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

54:39

[Passage zum Schutz der Persönlichkeitsrechte entfernt]

Stimme aus dem Publikum

55:09

Ich glaube, das schafft vielleicht Anstoß im Sinne des Stadistik, den wir fachübergreifen, sehr stark politisch und natürlich, wie auch im Vortrag Grün gesagt wurde, es liegt im Feld natürlich auch mit dem Neuen, was da dazukommt. Also wer löst dann die Gruppe ab im positiven Sinne, wer macht weiter, sondern andere gar nicht so stark. Und das ist sowas, wo wir dann aber letztes Jahr gemerkt hatten, oder vor zwei Jahren haben wir eingeladen, wir haben Grundklassen auch, oder kam noch mal noch was da auf, weil da auch ein Vorschlag auf dem Tisch lag. Und am Ende ist es dann doch gescheitert an, ja, Geld für Material, ja, kriegen wir vielleicht irgendwie aus den Kassen, aber für die Leute auch Klarkeit fallen.

55:58

Und dann würde man es natürlich auch stolz erreicht, jeden Abend, den man den Leuten auch gar nicht übernehmen kann, dass sie halt sagen, ja, ich bin jetzt schon wieder städtischer Berater, sage ich, ich will heute, ich nehme meine Urlaubstage dafür, das macht die Sachen manchmal dann auch schwer, das Bündnis schmieden, ja.

56:39Warum der WERKstattPALAST nur bis Oktober steht

Stimme aus dem Publikum

Ach so, okay. Also wir können auch irgendwann, du kannst Schluss. Ja, da haben Sie vollkommen recht. Die eigentliche Frage jetzt am Schluss wäre, also so wie ich jetzt gehört habe, ist der Ort hier jetzt nur bis Oktober, was ist der Grund und was gäbe es Möglichkeiten, den Ort als Zelle oder Brückenkopf oder egal wie man das benennen mag,

Norina QuinteModeration, ato

57:19

woanders zum Beispiel im Otto-Dullenkopf-Park einzurichten? Also der Grund ist relativ einfach, eigentlich ist es total komplex, man könnte in beide Richtungen argumentieren, also Oktober, weil dann wird es kalt und wir haben einen Sponsor, der uns dieses ganze Gerüst samt aufbauenden Kräften dahinter auch sponsert, der sitzt in Berlin und die können nur bedingt lange Material zur Verfügung stellen. Wir haben nach wie vor 17.000 Euro Schulden, die wir bis Mitte Oktober erstmal akquirieren, um das alles voll finanzieren zu können und gleichzeitig ist das eine Art Testlauf, weil es eben historisch noch nie da war, war das so ganz klar, da ist die magische Grenze, 10 Wochen Programm, wir gucken uns das mal an und natürlich, der Eiffelturm wurde auch nicht abgebaut, also schauen wir mal, was wir dann im Oktober machen und wie lange wir hier sind, aber es ist im Moment zumindest ein guter Dialog mit dem Rheinhafen auch entstanden, warum wir hoffen oder Potenzial darin sehen könnten, dass man sowas weiterführt und damit zumindest ein erster Schritt gegangen ist.

58:39

Ja, kommt auch auf die Anträge wieder an, die man gerade schreibt, inwiefern darf WERKstattPALAST als Konzept weiter in Karlsruhe oder auch eben Berlin hat schon angekündigt, wenn Karlsruhe nicht will, die bauen den nächsten in Berlin, aber wir würden gerne eigentlich hier weiterarbeiten alle.

Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, standard.welt

59:24

Deswegen, also das, klar, muss man immer eine, ja, das hört sich jetzt lustig an, aber das ist ja eigentlich total naheliegend. Also muss man immer irgendwie jetzt eine Gerüstbaufirma aus Berlin fragen, die haben jetzt in ihrer Sommerpause irgendwie gerüstfrei. Okay, also auf jeden Fall müssen sie irgendwie Gerüst aus ihrem Bestand rausquetschen und ja, also die Stadt müsste halt solche Dinge halt einfach vorrätig haben.

Norina QuinteModeration, ato

1:00:01

Also es wurde, glaube ich, nicht verstanden, warum wir bauen, aber wir durften ja unter anderem auch nicht auf Rotak, auch aufgrund der genannten Themen, also haben wir gesagt, wir bauen selbst. Aber ich glaube, das wäre eine sehr gute Forderung, weil wir auch hier mitkriegen bei dem ganzen Publikumsverkehr, auch tagsüber, wenn wir hier sind, kommen Leute und sagen, warum gibt es denn keine Bühne sonst, die allen gehört? Wieso könnte denn nicht jemand mal eine Oper oben machen oder wenn jemand eine Aufführung machen will und man denkt, das ist das Logischste der Welt, dass hier irgendwie Platz ist und man Leuten Raum schafft, aber schon da hört bestimmtes Verständnis auch auf oder eine Unsicherheit, wie man es dann bürokratisch löst. Also man stößt mit so einem Projekt an sämtliche bürokratischen Hürden. Manche Computer können ein Häkchen nicht anders setzen und dann kostet das nun mal so viel. Also da gibt es ganz viel Bürokratisches, was auch verhindert, warum da nicht schnell mal Gerüst gekauft wird, was schade ist, weil genau das bräuchte man.

1:01:00

Aber davon sind wir, glaube ich, noch entfernt. Selbst vom Gerüst, ja.

1:01:10Nomadische Strukturen im Park als Idee

Stimme aus dem Publikum

Aber es gäbe die Möglichkeit, wenn es der Wille und das Geld da wäre, das muss ja jetzt nicht der Otto-Dullenkopf-Park sein, ich habe das Ding genannt, weil der halt in der Nähe ist von der Musikhochschule und vom Schlachthof-Gelände und auch ein bisschen abseits, wo es vielleicht nicht so schnell ein Problem gibt, wo wir den Lärm am Abend kann, wenn Sie unter Umständen am Abend was machen, dass es der Meistung auch unabdingbar, also die musikalischen Veranstaltungen, nicht nur weil es Spaß macht, sondern einfach auch, weil es doch eher dann Leute zieht.

1:01:48

Rücklauf kommt und das heißt, es liegt vor allem daran, weil das Gerüst nach Berlin muss und nicht, weil es jetzt hier am Ort stehen bleiben dürfte, unwegen der Kälte.

1:02:00

Und das andere ist, weshalb das vielleicht eben auch mit diesen ganzen Achsen, ich denke halt, ein Problem ist ja wirklich immer auch einen Raum zu haben oder diese Zwischennutzungssachen, aber wenn man jetzt eher mehr so eine nomadische Struktur hat, die man halt in einem öffentlichen Park macht, dann denke ich mal, ist es vielleicht, obwohl es nomadisch ist, vielleicht sogar stabiler. Und es ist ja auch erweiterbarer, gerade auch wenn man dann noch an den Messeplatz denkt. Das heißt also, man kann, deswegen sage ich das so, wie es ja hier auch ist, so als Basis nehmen, wo vielleicht Bestand haben kann und nicht irgendwie durch einen anderen Umbau bedroht ist. Wenn es im Park steht, kommt man selten drauf, dass es was anderes ist. Es ist mobil, also wenn es unbedingt wichtig wäre, kann man es abbauen, aber man kann es wieder aufbauen. Und wie gesagt, man kann es erweitern, gerade auch wenn man jetzt über Karlsruhe rausdenkt an eine Veranstaltung. Also man kann Leute von überall einladen, die können dann entweder Zelte aufbauen oder einen Caravan bringen oder was auch immer.

1:03:00

Das ist so ein bisschen mein Gedankenspiel dabei.

Norina QuinteModeration, ato

1:03:05

Sicherlich, wobei man sagen muss, temporäres Bauen ist auch nicht gleich günstigeres Bauen. Also ökonomisch gesehen ist es eine Herausforderung, weil es kostet dann jedes Mal seine 150.000 Euro, so etwas zu machen, allein als Substanz. Aber ja, darüber reden wir Samstag nochmal genau, über Finanzierungsstrukturen. Jetzt aber schneller Umbau und Musik von Johannes. Danke.

1:03:30

Vielen Dank.

1:03:59

Vielen Dank.

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